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News

Ein Bericht zeigt die Umrisse des künftigen kantonalen Dispositivs der Betreuung Suchtkranker auf

Der Staatsrat hat den Bericht über das Projekt für die Koordination der Betreuung Suchtkranker (illegale Drogen und Alkohol) angenommen. Die in diesem Bericht unterbreiteten Ergebnisse und Vorschläge in Bezug auf die Betreuungsleistungen basieren auf eingehenden Analysen des Bedarfs und der im Kanton erteilten Leistungen und werden Gegenstand eines detaillierten Umsetzungsplans sein. Vorgesehen ist auch eine kantonale Struktur für die Koordination und Steuerung des Dispositivs. Im Rahmen der mit dem Bericht verbundenen Arbeiten wurde ein Pilotprojekt für Indikation ausgewertet.

Der vom Staatsrat angenommene Bericht ist das Ergebnis einer langwierigen Arbeit, die schon im Jahr 2008 von der GSD zusammen mit den im Suchtbereich tätigen privaten und staatlichen Partnern angepackt wurde. Zwei Hauptfeststellungen veranlassten zur Lancierung des Koordinationsprojekts: ein Bedarf nach Abstimmung des Angebots der Institutionen auf die heutigen Bedürfnisse sowie eine ungenügende Koordination zwischen den betroffenen Akteuren. Die Umsetzung der Vorschläge des Berichts wird dem Kanton zu einem kohärenten und modularen Betreuungssystem verhelfen.


Mehrere Studien und Analysen (epidemiologische Untersuchungen, Literaturübersicht, Analysen von Bedarf und Leistungen auf Freiburger Ebene, Gesundheitserhebung usw.) dienten als Grundlage für den Bericht. Dieser definiert Vorschläge, die sich auf die Leistungen, auf Indikation und auf eine Koordinations- und Steuerungsstruktur beziehen. Ein anderer Vorschlag wurde schon im Jahr 2011 verwirklicht. Es handelt sich um das NFES, das Netzwerk der Freiburger Einrichtungen für Suchtkranke, dem heute die drei in diesem Bereich tätigen Einrichtungen des Kantons angehören (Le Tremplin, Le Torry und Le Radeau). Ziel: eine bessere Koordination und eine bessere Nutzung der vorhandenen Ressourcen.


Koordinations- und Steuerungsstruktur
Der Staatsrat hat die Aufstellung einer Koordinations- und Steuerungsstruktur beschlossen. Diese wird einen Plan für die Umsetzung der Leistungen bestimmen, der dann vom Staatsrat zu genehmigen ist. Sie wird aus einer oder einem Beauftragten für Suchtfragen und einer Kommission bestehen, in der die verschiedenen betroffenen Akteure vertreten sind.


Zu entwickelnde unverzichtbare Leistungen
Unter mehreren Leistungen definiert der Bericht drei unverzichtbare, die für die Ergänzung des heutigen Leistungsangebots als vorrangig erachtet werden:

  • Stationäre Leistungen in Krisen, die durch eine soziale Situation ausgelöst werden (für Personen, die eine stationäre soziale Betreuung brauchen, um zu vermeiden, dass sich ihre Situation verschlimmert).
  • Leistungen der gemeindenah konzipierten Betreuung mit dem Zweck, den Verbleib zu Hause und die Interventionen mobiler Akteure im Lebensumfeld der betroffenen Person zu fördern. Diese Leistungen kommen zum Beispiel nach einem Spitalaufenthalt oder für eine Langzeitbetreuung in Frage.
  • Niedrigschwellige Lebenswelt; diese wendet sich an chronisch Suchtkranke (Alkohol und/oder illegale Drogen), die keinen Abstinenzplan ins Auge fassen wollen oder können, nicht selbständig zu Hause oder durch eine andere Struktur betreut leben können und eine stationäre Lebenswelt auf unbestimmte Dauer brauchen.

Weitere Leistungen und Verbesserungsvorschläge ermöglichen es, die Betreuungsqualität zu erhöhen. Dabei handelt es sich insbesondere um die sofortige Einführung eines kantonalen Informationssystems und eine Sensibilisierung der nicht spezialisierten Akteure.

Einführung eines Präindikationssystems
Ein wesentliches Pilotprojekt für Indikation und Case Management wurde im Rahmen der mit dem Bericht verbundenen Arbeiten umgesetzt und ausgewertet. Es handelte sich darum, mit einem pluridisziplinären Team Informationen in Verbindung mit dem Problem einer Person zusammenzustellen und dieser eine auf sie zugeschnittene Betreuung vorzuschlagen. Das Thema Case Management (Begleitung einer Person innerhalb eines bestimmten Zeitraums) muss noch in einer vertieften Studie bearbeitet werden. Ausser den NFES-Mitgliedern wurden der Verein REPER (in Zusammenarbeit mit der Suchtpräventionsstelle), die Behandlungskette für Suchtstörungen und der Sektor Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie des Freiburger Netzwerks für psychische Gesundheit sowie das freiburger spital einbezogen. Infolge der Evaluation wird ein Präindikationssystem eingeführt, um eine Zielgruppe von Klientinnen und Klienten zu bestimmen, die vom Indikationsprozess profitieren werden.

Die Stelle einer/eines kantonalen Beauftragten für Suchtfragen ist in den Voranschlag 2013 eingetragen worden, und für den Indikations- und Case-Management-Prozess sind Mehrdotationen vorgesehen (0.3 VZAE Sozialarbeit und 0.3 VZAE ärztliches Personal). Die Umsetzung der Vorschläge in Bezug auf die Betreuungsleistungen wird entsprechend den Ressourcen des Staates erfolgen.

Parallel zur Veröffentlichung des Koordinationsberichtes hat der Staatsrat dem Grossen Rat den Bericht zum Postulat Nicole Aeby-Egger über die Betreuung suchtmittelabhängiger Personen unterbreitet.
Der heute vorgestellte Bericht zeigt die Umrisse des zukünftigen Dispositivs zur Betreuung von Suchtkranken. Der Bericht beabsichtigt eine umfassende und zusammenhängende Betreuung der Betroffenen, sowohl medizinisch als auch sozial.

Letzte Aktualisierung am 26.03.2018 um 17:49