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Das FNPG wird ein stationäres und ambulantes Psychiatriezentrum für die deutschsprachige Kantonsbevölkerung eröffnen

Ende 2016 oder anfangs 2017 wird das FNPG neben dem HFR Freiburg - Kantonsspital ein deutschsprachiges Psychiatriezentrum eröffnen. Das neue Zentrum soll alle psychiatrischen und psychotherapeutischen Leistungen für die deutschsprachigen Patienten des Kantons vereinigen und in den Gebäuden des Diözesanseminars in der Gemeinde Villars-sur-Glâne untergebracht werden. Es soll eine akutpsychiatrische Station mit 16 Betten, eine offene allgemeinpsychiatrische Station mit 18 Betten, eine zweisprachige Station, eine Tagesklinik mit 15 Plätzen und sämtliche ambulanten Leistungen umfassen. Im neuen Zentrum soll zudem eine Station für Kurztherapien für deutsch- und französischsprachige Patienten mit 6 Betten integriert werden.

Für die Staatsrätin und Präsidentin des Verwaltungsrates des FNPG, Anne-Claude Demierre "ist das Projekt des deutschsprachigen Psychiatriezentrums eine wesentliche Verbesserung der psychiatrischen Versorgung der Patienten in unserem Kanton". Tatsächlich wird dieser neue Standort des FNPG den deutschsprachigen Patienten qualitative und gemeindenahe psychiatrische Leistungen bringen.

Die Qualität der psychiatrischen Behandlung beruht in erster Linie auf der Beherrschung der Sprache des Patienten, der Nähe zu seiner kulturellen Umgebung und der Nähe seiner Angehörigen. In der Psychiatrie sind Leistungen in der Sprache des Patienten ebenso entscheidend wie die Spezialisierung der Gesundheitsfachleute auf die Pathologien. Für Serge Renevey, Generaldirektor des FNPG "kann sich die Qualität der deutschsprachigen Versorgung in Marsens nicht verbessern, weil dazu die Grundvoraussetzungen fehlen, namentlich wegen der zu grossen Distanz zur Umgebung des Patienten und der Schwierigkeit, deutschsprachiges Personal zu rekrutieren".

Um diesen Bedürfnissen zu entsprechen, hat der Verwaltungsrat des FNPG beschlossen, in Freiburg ein neues deutschsprachiges Psychiatriezentrum zu eröffnen, das die Gesamtheit der stationären, ambulanten und tagesklinischen Leistungen für die deutschsprachige Kantonsbevölkerung anbieten wird. Mit diesem neuen Standort wird die Mehrheit der deutschsprachigen Kantonsbevölkerung im Umkreis von 20 km oder weniger vom neuen Zentrum entfernt sein, mit Streckeneinsparungen von 25 bis 30 km im Vergleich zu Marsens und einer besseren Erreichbarkeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Das Zentrum soll in den Gebäuden des Diözesanseminars in Villars-sur-Glâne untergebracht werden. In wenigen hundert Metern Entfernung vom HFR Freiburg - Kantonsspital Kantonsspital wird es die Synergien mit dem HFR verstärken können. Im Zentrum soll insbesondere auch eine Station für Kurztherapien für französisch- und deutschsprachige Patienten entstehen, als Ersatz für die Krisenstation, die in der Spitalplanung von 2008 vorgesehen ist. Obwohl die Eröffnung des Zentrums Ende 2016 oder anfangs 2017 vorgesehen ist, wird der ambulante Teil schon vorher eröffnet werden können, weil die entsprechenden Einrichtungsarbeiten weniger umfangreich sind.

Für Prof. Dr. med. Marco C.G. Merlo, Ärztlicher Direktor des Bereichs Erwachsenenpsychiatrie und -psychotherapie "verstärkt das FNPG mit dem deutschsprachigen Zentrum seine Vision einer gemeindenahen Psychiatrie und ergänzt sein Angebot für die deutschsprachige Kantonsbevölkerung um ein wichtiges Element. Das Projekt ermöglicht, der gesetzlichen Anforderung des Respekts der Sprachen besser nachzukommen, den Zugang zu den Leistungen des FNPG zu verbessern, die Entwicklung der tagesklinischen Strukturen, die weniger stigmatisierend sind, voranzubringen und schliesslich neue Wege der Prävention und sozialen Eingliederung anzubieten."

Von den 8000 Patienten, die jährlich im FNPG behandelt werden, geben gegenwärtig nur 12 % an, deutschsprachig zu sein, während der Anteil der deutschsprachigen Bevölkerung auf Kantonsebene 30 % beträgt. Im stationären Behandlungszentrum Marsens werden auf den verschiedenen Stationen jährlich insgesamt 250 deutschsprachige Patienten behandelt, mit einem Total von 7500 Pflegetagen, die 24 Betten entsprechen. Jährlich werden etwa 130 deutschsprachige Patienten in ausserkantonalen Kliniken vorwiegend im Kanton Bern behandelt; dies entspricht jährlich etwa 5800 Pflegetagen oder 17 Betten. Mit dem neuen deutschsprachigen Zentrum wird all diesen Patienten in Freiburg eine hochstehende Versorgung angeboten werden können.

Finanziell ist der Betrieb dieses zweiten stationären Standorts des FNPG tragbar, denn zum einen beruht er auf einer Verlagerung von Ressourcen von anderen Standorten des FNPG und zum anderen wird er nach Massgabe der Bedürfnisse progressiv entwickelt. Die erste Schätzung der Renovations- und Umbauarbeiten an den Gebäuden beläuft sich auf 10 Millionen Franken.

Letzte Aktualisierung am 26.03.2018 um 17:49