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News

Die Grundlagen der nächsten Spitalplanung sind gesetzt

Der Staatsrat gibt grünes Licht, um den Planungsbericht in die Vernehmlassung zu schicken (www.fr.ch/vernehmlassungen), der den Bedarf der Freiburgerinnen und Freiburger an Spitalleistungen bis 2020 definiert. Auf dieser Grundlage werden nach Einholung der Angebote bei den verschiedenen kantonalen und ausserkantonalen Spitälern die Leistungsaufträge definiert und eine neue Spitalliste erstellt. Ganz allgemein wird eine Zunahme des Bedarfs an Spitalleistungen erwartet; Parameter wie die erwartete Abnahme der Aufenthaltsdauer vermögen nicht, die demographische Entwicklung zu kompensieren.

Die nächste Spitalplanung muss anfangs 2015 unter Dach und Fach sein; sie definiert den Leistungsbedarf der Freiburger Bevölkerung und nicht mehr die Anzahl Betten, die jedem auf der Spitalliste eingetragenen Spital zugeteilt wird. Von der Methode her wurden die Zürcher und Berner Modelle angewendet, wobei allerdings den kantonalen Besonderheiten Rechnung getragen wurde.

Für die Bedarfsabklärung verwendete Variablen

Der Versorgungsbedarf wird mithilfe von Faktoren wie die Anzahl Fälle (Spitalaufenthalte) und die Anzahl Pflegetage pro Leistungsgruppe und Region (Zone) ausgedrückt. Um den Bedarf der Freiburger Bevölkerung bis zum Horizont 2020 zu prognostizieren, stützte sich die Direktion für Gesundheit und Soziales (GSD) auf den Realverbrauch an stationären Spitalleistungen im Jahr 2010 und verknüpfte diesen mit den Prognosen des Freiburger Amtes für Statistik für die demographische Entwicklung der Kantonsbevölkerung bis 2025. Zum besseren Verständnis der Besonderheiten des Verbrauchs an stationären Spitalleistungen im Kanton Freiburg wurde die demographische Entwicklung in vier Zonen analysiert. Gegenwärtig liegen nur Zahlen für 2010 vor; sobald das Bundesamt für Statistik neue Zahlen veröffentlicht, werden die Berechnungen entsprechend aktualisiert.

Zwei weitere Parameter, die zur Verfeinerung der Prognosen wichtig sind, sind das Substitutionspotential stationär-ambulant (in Bereichen wie der Ophthalmologie und der Onkologie könnten bestimmte stationäre Eingriffe mit der Zeit ambulant durchgeführt werden) und die erwartete Abnahme der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer. Weitere Parameter wie die epidemiologische Entwicklung (z. B. Zunahme der kardiovaskulären Krankheiten) und die technologische Entwicklung haben weniger gewichtige Auswirkungen auf die Prognosen.

Prognosen 2020/2025

Der an der Medienkonferenz präsentierte Bericht zeigt, dass die Anzahl Pflegetage zwischen 2010 und 2020 im ganzen Kantonsgebiet und in fast allen Leistungsbereichen zunehmen wird. Die Anzahl Pflegetage soll von 374 124 im Jahr 2010 auf 439 870 im Jahr 2020 und 463 458 im Jahr 2025 ansteigen; dies entspricht einer Zunahme von 18 % zwischen 2010 und 2020, und von nochmals 5 % bis 2025.

Die Anzahl Fälle soll zwischen 2010 und 2020 um 23 % zunehmen (und um 7 % zwischen 2020 und 2025). Die innere Medizin für Erwachsene und die Akutgeriatrie sollen mit Zunahmen von 48 % und 28 % die stärksten Variationen erfahren, gefolgt von der Rehabilitation (27 %) und der Chirurgie (21 %). Diese Zahlen widerspiegeln die künftigen demographischen Veränderungen, denn gemäss dem analysierten Szenario soll der Anteil der über 65-Jährigen von 14 % auf über 18 % der Kantonsbevölkerung ansteigen.

Finanzielle Einschätzung

Was die Zunahme der Spitalleistungen angeht, kann die globale Entwicklung der Kosten für das Jahr 2015 auf +4,8 Millionen Franken geschätzt werden, für 2016 auf +4,5 Millionen, für 2017 auf +4,4 Millionen, für 2018 auf +4,3 Millionen und für 2019 und 2020 auf +4 bzw. +3,8 Millionen. Neben den Auswirkungen im Zusammenhang mit dem Bevölkerungszuwachs und der Zunahme des Bedarfs müssen die Schätzungen für die Jahre 2015 bis 2017 um 10, 10,2 und 10,3 Millionen Franken ergänzt werden, um die Entwicklung des Beteiligungsanteils des Staates zu berücksichtigen, unabhängig davon, wo die Leistungen erbracht werden (staatliches oder privates Spital, inner- oder ausserkantonal). Der Beteiligungsanteil wird bis 2017 von 49 % auf 55 % ansteigen.

Bei diesen Schätzungen ist grosse Vorsicht geboten, denn je nachdem, ob sich die herangezogenen Parameter verwirklichen, etwa die Entwicklung der Spitaltarife oder des Case-Mix-Index (durchschnittliche Anzahl SwissDRG-Punkte pro Austritt), kann die Wirklichkeit dann anders aussehen. Dazu kommen die noch unbekannten Auswirkungen der in den kommenden Jahren stattfindenden Einführung neuer Tarifsysteme für die Rehabilitation und die Psychiatrie sowie der Einführung einer neuen Version der SwissDRG-Tarifstruktur auf den 1. Januar 2014.

Die Vernehmlassung des Berichts dauert bis 16. Mai und die Offerten werden anfangs Juni 2014 eingeholt. Die neue Spitalliste wird dem Grossen Rat zur Stellungnahme unterbreitet und wird anfangs 2015 dem Staatsrat vorliegen.

Letzte Aktualisierung am 25.05.2018 um 10:22