Was gibts Neues im HFR? Hier finden Sie alle wichtigen Infos

Die Gesundheit, seit Menschengedenken ein wichtiges Anliegen, ist heute zu einem zentralen Thema geworden, das uns tagtäglich beschäftigt. Das HFR steht deshalb regelmässig im Fokus des Medieninteresses und der politischen und wirtschaftlichen Tagesaktualität – auf kantonaler wie auf nationaler Ebene.

Neben spezifischen Informationen für Medienschaffende finden Sie sämtliche News, Veranstaltungshinweise, Medienmitteilungen sowie weitere Infos in Zusammenhang mit der Tätigkeit und Entwicklung des freiburger spitals.

News

Der Kanton Freiburg stellt seine Vision von Palliative Care vor

Über die Direktion für Gesundheit und Soziales (GSD) gibt der Staatsrat ein Konzept für Palliative Carein die Vernehmlassung. Das Konzept schlägt mehrere Massnahmen im Sinne des Angebots einer guten Begleitung der betroffenen Personen sowie der Unterstützung helfender Angehöriger vor. Die in Einbezug der Netzwerkpartner bestimmten Massnahmen ergänzen ein Dispositiv der Betreuung geschwächter Personen. Sie betreffen die Ausbildung, die Koordination und die Betreuungsqualität auf Seiten der verschiedenen Akteurinnen und Akteuren, die in der Palliativversorgung tätig sind, ob es sich nun um Fachpersonen, Mitglieder von Vereinigungen, Privatpersonen oder Freiwillige handelt. Wegen des immer häufigeren Wunsches, so lange wie möglich zu Hause zu leben, wurde besonderes Gewicht auf die Unterstützung der Angehörigen und die Verstärkung der Pflege zu Hause gelegt.

Derzeit bestehen im Kanton Freiburg zahlreiche Leistungen im Bereich Palliative Care. Um zu einer kohärenten Zielvorstellung zu gelangen, bedurfte es eines Verständnisses des ganzen Systems. Diese Zielvorstellung nahm die Form eines Konzepts an. Es geht mit Massnahmen einher, die hauptsächlich einer besseren Zusammenarbeit und Koordination unter institutionellen, vereinsgebundenen, privaten und freiwilligen Partnern gelten. In der Tat sind viele Akteurinnen und Akteure mit ihren so unterschiedlichen wie wesentlichen Rollen an der Palliativpflege beteiligt: Spitäler, Team Voltigo, Pflegeheime, Spitex-Dienste, Ärzteschaft, betroffene Angehörige, Vereinigungen, Freiwillige usw.

Für die Aufstellung ihres Konzepts stützte sich die GSD auf eine Begriffsbestimmung der Weltgesundheitsorganisation:

"Palliative Care ist ein Pflege- und Betreuungsansatz für die Verbesserung der Lebensqualität von Patientinnen, Patienten und ihren Familien, die mit den Auswirkungen einer lebensbedrohlichen, unheilbaren oder chronisch fortschreitenden Krankheit konfrontiert sind. Dabei geht es um die Vorbeugung und Linderung von Leiden mittels frühzeitiger Erkennung, hochqualifizierter Beurteilung und Behandlung von Schmerzen und anderen Problemen physischer, psychosozialer und spiritueller Natur."

Die erste Feststellung lautete: Wegen der Vielfalt der Akteurinnen und Akteure ist der Ausbildungs- und Wissensstand sehr ungleich, sowohl im Pflegebereich als auch im Bereich der Vereinigungen, Freiwilligen und Angehörigen. Daher werden den in der Akutpflege und in den Diensten für Hilfe und Pflege zu Hause tätigen Fachpersonen künftig Palliative Care-Ausbildungen angeboten. Die helfenden Angehörigen werden in den Genuss einer Beratung zu Hause kommen, die ihre Kenntnisse erweitert und ihnen in der Betreuung ihrer Angehörigen hilft. Für die Ausbildung der Freiwilligen, die sich der Begleitung von Personen am Lebensende widmen, werden Standards festgelegt.

Zweite Feststellung: Die Sichtbarkeit des Angebots von Seiten des Netzwerks implizierter Partner muss verstärkt werden, denn in der jeweiligen Situation kann eine erhebliche Zahl von Akteurinnen und Akteuren zum Zug kommen. Mit der Schaffung einer Netzwerk-Karte, die auf die verschiedenen Akteure, ihre Leistungen und Kompetenzen verweist, kann die Information besser in Umlauf gesetzt werden, was im konkreten Fall den Zugriff auf ein geeignetes Versorgungsangebot ermöglicht.
Auch sind Netzwerktreffen für Fachpersonen und Sensibilisierungstage für die allgemeinmedizinischen Ärztinnen und Ärzte zwecks Förderung des Ideen- und Erfahrungsaustauschs sowie verschiedene die Öffentlichkeit betreffende Kommunikationsmassnahmen vorgesehen.

Das Konzept verstärkt das mobile Palliative Care Team Voltigo (siehe Kasten), das seit 2010 von der GSD als Pilotprojekt anerkannt wird, und sichert seinen Fortbestand. Dieses Team interveniert mit in Palliative Care ausgebildeten Spezialistinnen und Spezialisten bei Fachpersonen und ausnahmsweise auch bei kranken Personen. Die Dotation der Dienste für Hilfe und Pflege zu Hause wird verstärkt und soll die schon im Rahmen des Konzepts Senior+ vorgesehenen Massnahmen ergänzen. Die helfenden Angehörigen können sich künftig auch an einen professionellen Entlastungsdienst wenden.

Die im Konzept Palliative Care detailliert aufgeführten Massnahmen werden den Staat bis Ende 2020 gesamthaft 5.7 Millionen Franken kosten (davon 711'000 Franken neue Lasten). Sie ermöglichen eine angemessene Versorgung durch Personen mit Ausbildungsstandards, die ihren jeweiligen Rollen entsprechend vergleichbar sind. Das Ziel besteht darin, in realistischer Weise den Erwartungen zu entsprechen, die bei den verschiedenen Zusammenkünften mit den Netzwerkpartnern ausgedrückt wurden.

Vor allem geht es darum, Personen, die am Lebensende stehen oder an chronisch fortschreitenden Krankheiten leiden, eine würdige, solidarische und qualitativ gute Betreuung zu bieten, unabhängig von der Art der gewählten Begleitung und auf dem ganzen Kantonsgebiet. Um einem immer verbreiteteren Bedürfnis, in einer Palliative Care-Situation zu Hause zu bleiben, zu entsprechen, wird ein besonderer Akzent auf die Unterstützung der Angehörigen und die Weiterentwicklung der Pflege zu Hause gesetzt. Die Vernehmlassung dauert bis 31. März 2015.

Voltigo : Ein paar Zahlen

Zwischen 2010 und 2013 befasste sich das mobile Palliative Care Team mit 400 Fällen. 2014 stieg die Anzahl der vom mobilen Team behandelten Fälle (mehr als 300) erheblich. Voltigo umfasst 3.5 Vollzeitäquivalente (VZÄ) und wird 2015 um 0.5 VZÄ ergänzt. Zusammensetzung: auf Palliativ Care spezialisierte Pflegefachpersonen und Ärztinnen/Ärzte sowie administrative Unterstützung.

www.liguecancer-fr.ch/de/mpct_voltigo/

Letzte Aktualisierung am 25.05.2018 um 10:22