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News

Staatsrat beschliesst Moratorium für die Inbetriebnahme von schweren technischen Ausrüstungen

Auf Vorschlag der Kommission für Gesundheitsplanung und gestützt auf das Gesundheitsgesetz (GesG) führt der Staatsrat per Verordnung ein Moratorium für die Inbetriebnahme von schweren technischen Ausrüstungen im Kanton ein. Mit dieser auf den 31. Dezember 2017 befristeten Massnahme will der Kanton einerseits das stark wachsende Angebot an Anlagen für Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) eindämmen, das sich auf die Gesundheitskosten, die Personalrekrutierung und die Gesundheit der Patientinnen und Patienten auswirkt, und andererseits anhand von einer Bedarfsanalyse eine Planung dieser spitzenmedizinischen Ausrüstungen vornehmen

Dank der technischen Fortschritte konnten im Gesundheitsbereich immer ausgeklügeltere Ausrüstungen entwickelt werden, welche die Diagnose- und Therapiemöglichkeiten der Ärzteschaft ständig verbessern. Dies hat durchaus positive Folgen: bessere Behandlungen, weniger invasive Behandlungen, schnellere Diagnosen oder noch vermehrt ambulante statt stationäre Behandlungen.

Die Umsetzung dieser technologischen Fortschritte im Alltag muss indes kontrolliert werden, namentlich um die negativen Folgen einer Überausrüstung auf kantonaler Ebene einzudämmen. Ein Übermass an medizinisch-technischen Anlagen wie Computer- oder Magnetresonanztomographen kann nämlich überflüssige Untersuchungen zur Folge haben, die sich schädigend auf die Patientinnen und Patienten auswirken können. Der Angebotsanstieg kann auch einen Mangel an qualifiziertem Personal zur Folge haben. Waren es 2005 noch deren vier, gibt es heute Kanton Freiburg 13,8 MRT-Geräte. Dieser Anstieg birgt unvermeidlich das Risiko von Überverschreibungen und Überkonsum.

Der Betrieb dieser medizinisch-technischen Anlagen ist wirtschaftlich gesehen interessant, da die geltenden Tarife für erbrachte Leistungen ? auf die der Kanton keinen Einfluss nehmen kann ? hoch sind.

Darüber hinaus sind die Anschaffungskosten sowie die Kosten für den Unterhalt in den vergangenen Jahren erheblich gesunken. Somit besteht sehr wohl ein finanzieller Anreiz in der Anschaffung solcher Anlagen, die natürlich möglichst rentieren sollen. Summa sumarum führen diese Entwicklung zu einem Anstieg der Kosten zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung, den der Kanton verhindern will.

Moratorium für bessere Angebotsplanung
Der Staatsrat nimmt diese Problematik, die sich sowohl auf die Qualität der Leistungen als auch auf die Wirtschaftlichkeit der Leistungen auswirkt, ernst; er hat deshalb beschlossen, ein zeitlich begrenztes Moratorium (bis 31. Dezember 2017) für die Inbetriebnahme bestimmter schwerer technischer Ausrüstungen einzuführen, insbesondere im Bereich der Radiologie. In diesem Zeitraum sollen eingehende Überlegungen zu ihrer Regulierung angestellt und schliesslich eine konkrete Planung in diesem Bereich eingeführt werden. Ziel ist eine Angebotssteuerung, die im Einklang mit den Bedürfnissen der Bevölkerung steht.

Angebot in Freiburg explodiert
Im Kanton Freiburg ist die Zahl der Computertomographen zwischen 2005 und 2014 von 5 auf 10,4 angestiegen, die der Magnetresonanztomographen von 4 auf 11,4 (die Anlagen m HIB wurden im Verhältnis zur Freiburger Bevölkerung im Broyebezirk erfasst). Bis im Januar 2016 hat sich dieser Trend noch verstärk: Die Zahl der Computertomographen ist auf 13,4 und diejenige der Magnetresonanztomographen auf 13,8 angewachsen.

Was die mittelfristige Entwicklung für 2016 und 2017 betrifft, so gibt es im Kanton verschiedene Projekte für weitere Anlagen. In Anbetracht dieser Entwicklung besteht die Gefahr, dass das Angebot im Kanton übermässig ansteigt. Die Zahl der Computertomographen würde auf 16,4, die der Magnetresonanztomographen auf 17,8 ansteigen, also ein potentieller Anstieg von 57,69 % bzw. 56,14 % zwischen 2014 und 2017.

Letzte Aktualisierung am 25.05.2018 um 10:22