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News

Wiederbelebung nach einem Herzstillstand: Einsetzung eines "First-Responder"-Netzwerkes und Lancierung des Preises "Die Ritter des Herzes"

Ab dem 1. Januar 2017 kann das aktuelle Notfallsystem auf so genannte "First Responder" zählen, die im Falle eines Herzkreislaufstillstandes intervenieren, bis die Rettungskräfte eintreffen. Ziel ist die Schaffung eines dichten "First-Responder"-Netzwerks, das das ganze Kantonsgebiet abdeckt. Trägerinnen des Projektes sind die Direktion für Gesundheit und Soziales (GSD) und die Stiftung "Freiburg Herz", in Zusammenarbeit mit allen Akteurinnen und Akteuren des Rettungswesens. Die Stiftung "Freiburg Herz" nutzt die Gelegenheit, um den Preis "Die Ritter des Herzes" zu lancieren; dieser soll Personen auszeichnen, die in den letzten Jahren ein Leben gerettet haben. Die GSD unterstützt dieses Vorhaben.

"First Responder" sind volljährige Freiwillige, die in der Lage sind, bei einem Verdacht auf Herzstillstand die erforderlichen Basismassnahmen der Wiederbelebung zu erbringen. Normalerweise entstammen sie nicht dem Gesundheitswesen, weshalb sie eine BLS-AED-Grundausbildung (BLS=Basic Life Support, AED=Automated External Defibrillation) absolvieren müssen, die zwei Jahre gültig ist. Die "First Responder" decken keinen bestimmten Sektor ab, sondern werden von der Sanitätsnotruf-Zentrale 144 über eine App namens Momentum alarmiert. Wenn sie sich in der Nähe des Unfallortes befinden, bestätigen sie den Einsatz und begeben sich an den Unfallort (ohne Sondersignal).

Derzeit sind die Polizistinnen und Polizisten die Haupteinsatzkräfte, die als "First Responder" im ganzen Kanton ausrücken. Es gibt jedoch noch andere "First Responders"-Vereinigungen, die bestimmte Regionen, wie z. B. Jaun, abdecken. Rekrutierung, Alarmierung und Debriefing der Polizistinnen und Polizisten erfolgen nach einem bestimmten Verfahren. Die Ausdehnung des "First-Responder"-Konzeptes auf weitere Personen soll das Netzwerk verdichten und dadurch den Zeitraum ohne Behandlung bei Patientinnen und Patienten mit Herz-Atemstillstand verkürzen, was schliesslich auch eine bessere Abdeckung des Kantons zur Folge hat.

Für die Umsetzung des Konzeptes hat die GSD mit den verschiedenen Akteurinnen und Akteuren aus dem Rettungswesen zusammengearbeitet: Stiftung "Freiburg Herz", Ambulanzdienste, Samariterinnen und Samariter, Gesundheitsnetze, Polizei, Sanitätsnotruf-Zentrale 144, öffentliche Spitäler, Kantonale Gebäudeversicherung und Oberämter. Das "First-Responder"-Konzept ergänzt das aktuelle Dispositiv und die im Frühling eingeführte Meldepflicht für Defibrillatoren, von denen es derzeit 300 gibt.

Die Einführung des Konzeptes bietet zudem den Vorteil, dass zu gegebener Zeit statistisch zuverlässige Daten zum Kanton vorliegen werden.

Am kommenden 15. Oktober verleiht die Stiftung "Freiburg Herz" mit Unterstützung der GSD an der Freiburger Messe erstmals den Preis "Die Ritter des Herzes". Dank dem Einsatz von Polizistinnen und Polizisten mit BLS-AED-Ausbildung und der Verwendung von Defibrillatoren konnten sechs Leben gerettet werden. Der Preis geht an sechs Polizistinnen und Polizisten sowie an die Zeuginnen und Zeugen, die in diesen sechs Fällen eingegriffen haben.

Herzstillstand und Wiederbelebung
Als Herzstillstand bezeichnet man den plötzlichen Ausfall von Kreislauf und Atmung, üblicherweise aufgrund von einer malignen kardialen Arrhythmie, auch ventrikuläre Fibrillation oder Kammerflimmern genannt.

Zeit ist ein wesentlicher Faktor, um die Überlebens-chancen im Falle eines Herz- und Atemstillstands zu erhöhen. Die sofortige Versorgung durch Personen mit einer Ausbildung für Erste Hilfe-Massnahmen - in erster Linie Herzmassage, aber auch elektrische Defibrillation - ist unerlässlich.

Denn mit jeder Minute, die zwischen Herzstillstand und Herzmassage bzw. Defibrillation verstreicht, sinkt die Erfolgsquote für eine Wiederbelebung um 10 %.

Letzte Aktualisierung am 19.01.2018 um 13:38