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Die Gesundheit, seit Menschengedenken ein wichtiges Anliegen, ist heute zu einem zentralen Thema geworden, das uns tagtäglich beschäftigt. Das HFR steht deshalb regelmässig im Fokus des Medieninteresses und der politischen und wirtschaftlichen Tagesaktualität – auf kantonaler wie auf nationaler Ebene.

Neben spezifischen Informationen für Medienschaffende finden Sie sämtliche News, Veranstaltungshinweise, Medienmitteilungen sowie weitere Infos in Zusammenhang mit der Tätigkeit und Entwicklung des freiburger spitals.

News

Jahresrechnung 2016: Defizit trotz erhöhter Spitaltätigkeit

Das freiburger spital (HFR) schliesst die Jahresrechnung 2016 mit einem Defizit von 7,16 Millionen Franken ab. Damit liegt das Defizit rund fünf Millionen Franken höher als budgetiert. Die anhaltenden Finanzsorgen haben sich somit gegenüber dem Vorjahr markant verschärft: 2015 erwirtschaftete das HFR mit 2 Millionen Franken Gewinn noch ein positives Ergebnis. Das Ergebnis ist umso besorgniserregender, als die Spitaltätigkeit insgesamt wuchs: um 1,7 Prozent in der stationären und um 9 Prozent in der ambulanten Tätigkeit. Zu den Höhepunkten des vergangenen Jahres zählen die Wiedereröffnung des HFR Meyriez-Murten sowie die Eröffnung der neuen Geburtenabteilung.

Die Finanzsituation des HFR bleibt angespannt und hat sich 2016 verschlechtert. Der Betriebsaufwand stieg auf 450 Mio. Franken (2015: 430 Mio. Franken), während ein Betriebsertrag von 460 Mio. Franken erwirtschaftet werden konnte. Trotz einer Bruttomarge von rund 10 Mio. Franken schliesst das HFR die Rechnung 2016 mit einem Defizit von 7,16 Mio. Franken ab: Die Einnahmen steigen zwar kontinuierlich an, jedoch weniger schnell als die Ausgaben. Grund dafür sind verschiedene Faktoren: strengere Buchführungsvorgaben (seit 2015 vermehrte Risikorückstellungen) sowie ein erhöhter Personalaufwand. Im ambulanten Bereich stieg zwar der Tarmed-Tarifpunktwert von 87 auf 90 Rappen, nachdem das Bundesverwaltungsgericht eine Beschwerde der Versicherer abgelehnt hatte. Dies wirkte sich auf den Ertrag jedoch nicht unmittelbar aus, da das HFR die entsprechenden Rückstellungen für das Jahr 2013 dem Staat zurückerstatten musste.

Die Finanzierung durch den Staat Freiburg sank im vergangenen Jahr ebenfalls auf 55,8 Millionen Franken (2015: 61,2 Mio. CHF). Darin enthalten sind 33 Mio. CHF für gemeinwirtschaftliche und andere Leistungen, 780'000 CHF für nicht indizierte Aufenthalte (Patienten, die auf eine Verlegung in eine Einrichtung ausserhalb des Spitals warten) und 22 Mio. CHF als Übergangsfinanzierung.

Die Tarifverhandlungen betr. DRG (stationärer Bereich) mit den Versicherern gestalteten sich weiterhin als sehr schwierig. Das HFR muss für die Jahre 2012 bis 2016 noch immer mit provisorischen Tarifen abrechnen: Mit einigen Versicherern konnte keine Einigung gefunden werden; die Fälle sind beim Bundesverwaltungsgericht hängig.

Auch für das laufende Jahr ist gemäss Budget 2017 mit einem Verlust von 7,9 Millionen Franken zu rechnen. Sollte das kumulierte Defizit 3 Prozent des Gesamtaufwandes übersteigen, besteht für das HFR laut Gesetz eine Sanierungspflicht: Das HFR sieht sich deshalb gezwungen, Sanierungsmassnahmen zu ergreifen, um die gesetzlichen Vorgaben einhalten zu können.

Erfolgreiche Spitaltätigkeit
Im Gegensatz zur Finanzsituation entwickelte sich die Spitaltätigkeit im vergangenen Jahr erfreulich. Die stationäre Tätigkeit nahm mit 19'674 Austritten um 1,7 Prozent leicht zu (2015: 19'354 Austritte), und dies sowohl bei Aufenthalten in der Akutpflege wie auch in der Rehabilitation und Palliative Care. Die Aufenthaltsdauer in der Akutpflege blieb mit 7,38 Tagen (2015: 7,37) insgesamt stabil, während jedoch die Aufenthaltsdauer bei Patienten, die in eine Einrichtung ausserhalb des Spitals verlegt werden mussten (Heim, Rehabilitation, usw.), anstieg (2016: 10.63 Tage; 2015: 9,92 Tage). Die Nachfrage nach Heimplätzen war auch 2016 weiterhin sehr hoch.

Die Zunahme der ambulanten Tätigkeit hält weiter an. Das HFR verzeichnete 2016 459'506 ambulante Behandlungen, ein Plus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2015: 410'587). Auch die Anzahl Notfallbehandlungen nimmt laufend zu und erreichte 2016 einen neuen Höchststand mit 80'918 Fällen (2015: 74'210). Von diesem Trend, der landesweit anhält, waren alle HFR-Standorte mit notfallmässigen Aufnahmen betroffen.

Insgesamt wurden 103'632 Patienten im vergangenen Jahr behandelt (2015: 98'705), dies entspricht rund einem Drittel der Freiburger Bevölkerung.

Der Personalbestand erhöhte sich auf 3'361 Mitarbeitende (2'398 VZÄ; 2015: 3'249 Mitarbeitende). Die Zunahme ist v.a. auf die Wiedereröffnung des HFR Meyriez-Murten zurückzuführen.

Spitalwiedereröffnung und neue Geburtenabteilung als Höhepunkte
Nach dreijährigen Bauarbeiten konnte das HFR Meyriez-Murten am 4. April 2016 wiedereröffnet werden. Das rundum erneuerte Spital konnte aufgrund der steigenden Nachfrage früher als erwartet die maximale Anzahl Betten (total 72) in Betrieb nehmen. Das umfassende Angebot an stationären und ambulanten Leistungen hat sich bewährt, und das Spital erlangte in kurzer Zeit Vollbetrieb. Auch die neue Geburtenabteilung, die am 19. April 2016 eröffnet wurde, hat sich positiv entwickelt. Knapp 1'000 Kinder kamen 2016 in der neuen Maternité zur Welt (2015: 882).

Strategieumsetzung und neue medizinische Angebote
Das Grossprojekt "Umsetzung der Strategie 2013-2022" erfuhr 2016 mit der Schaffung eines Steuerungsausschusses eine neue entscheidende Phase. Unter der Leitung des Steuerungsausschusses wurde das sog. „Entwicklungsmanagement“ in Angriff genommen, um den Infrastrukturbedarf zu konkretisieren und den Masterplan für das künftige Spitalgebäude am HFR Freiburg – Kantonsspital zu revidieren.

Parallel dazu wurde das medizinische Angebot laufend erweitert: Unter anderem nahmen das Zentrum für Essstörungen und Übergewicht sowie das Zentrum für integrative Pädiatrie ihren Betrieb auf; die neuen Angebote stiessen auf grosse Resonanz. Auch die Vorbereitungen zur Akkreditierung des Brust- und Prostatazentrums, in Zusammenarbeit mit dem Dalerspital, liefen auf Hochtouren. Die Akkreditierung ist für das laufende Jahr geplant.

Daneben zeugen diverse Zertifizierungen und Anerkennungen von der Qualität des medizinischen Angebotes bzw. der Ausbildungsqualität in den entsprechenden Kliniken und Abteilungen (Klinik für Intensivpflege: Klinik für Notfallmedizin (Standort Freiburg): Spitalpharmazie, Berufsbildungszentrum Pflege).

Letzte Aktualisierung am 26.03.2018 um 17:49