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News

Die Freiburger Ausgabe der "Dialogwoche Alkohol 2017" wartet mit Informationsständen, einer Konferenz, einer interaktiven Ausstellung und alkoholfreien Cocktails auf

Vom 11. bis 20. Mai 2017 findet im Kanton Freiburg die "Dialogwoche Alkohol" statt. Es sind zahlreiche Strassenaktionen vorgesehen, mit denen der soziale Dialog zum Thema "Wie viel (Alkohol) ist zu viel?" gefördert werden soll. Der Anlass ist Teil einer nationalen Präventionskampagne, die gleichzeitig im ganzen Land stattfindet.
Die beteiligten Freiburger Partner haben sich mobilisiert, um insbesondere mit Informationsständen, einer Filmaufführung, einer Ausstellung und der Möglichkeit, alkoholfreie Cocktails zu probieren, aufzuwarten.

Eine nationale Kampagne

Allzweijährlich findet in der Schweiz eine Dialogwoche rund um das Thema Alkohol statt, während welcher Veranstaltungen durchgeführt werden, die sich an die Gesamtbevölkerung richten. In den Jahren 2015-2017 lagen die Schwerpunkte der Kampagne des Bundesamts für Gesundheit (BAG) bei der Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Schädlichkeit des problematischen Alkoholkonsums und bei einer verbesserten Vernetzung der Präventionspartner. Die Kampagne fördert die Auseinandersetzung mit dem Thema des Exzesses und ermutigt jede Person, über ihren eigenen Alkoholkonsum nachzudenken und zu sprechen.

Aktivitäten für jeden Geschmack

Im Kanton Freiburg haben sich mehrere Organisationen unter der Ägide der Direktion für Gesundheit und Soziales (GSD) für diese Kampagne zusammengetan: die Vereinigung REPER, das Freiburger Zentrum für Abhängigkeitserkrankungen (FZA), die Stiftungen Le Torry und Le Tremplin, Freiburg für alle, EX-pression, Frauenhaus und Opferberatungsstelle, die Hochschule für Gesundheit (HEdS-Fr) sowie das Amt für Strassenverkehr und Schifffahrt (ASS). Das Ziel ist die Sensibilisierung für das Problem des exzessiven und regelmässigen Alkoholkonsums. Das Programm für die Bevölkerung umfasst Informationen an den Strassenständen oder bei Freiburg für alle, die Degustation von alkoholfreien Cocktails an der Rue de Romont, eine interaktive Ausstellung, die Aufführung eines Films im Kino Rex (auf Französisch) und eine (französischsprachige) Konferenz über Alkohologie für Anfänger (vollständiges Programm: www.fr.ch/dsas).

Während der Dialogwoche Alkohol, d. h. am kommenden 17. Mai, wird ausserdem ein neues Label für die Prävention an Festanlässen vorgestellt.

Gesundheitliche, soziale und wirtschaftliche Herausforderungen

Der problematische Alkoholkonsum ist ein volksgesundheitliches Thema grosser sozialer und wirtschaftlicher Tragweite. Schätzungen zufolge sind schweizweit ca. 250 000 bis 300 000 Personen alkoholabhängig; im Kanton Freiburg sind es ca. 10 000.

Die Anstrengungen im Bereich der Prävention insbesondere bei den jungen Menschen müssen fortgesetzt werden. Einer kürzlich publizierten Studie1 über Freiburger Schülerinnen und Schüler zwischen 11 und 15 Jahren zufolge ist der Anteil der 15-jährigen Schülerinnen und Schüler, die mindestens einmal pro Woche Alkohol konsumieren, bei den Knaben zurückgegangen und bei den Mädchen stabil. Allerdings ist mit zunehmendem Alter auch eine deutliche und kontinuierliche Zunahme der Anzahl Schülerinnen und Schüler ersichtlich, die in ihrem Leben schon einmal Alkohol getrunken haben.

Gemäss einer Studie von 20142 betragen die Kosten des Alkoholkonsums für die Allgemeinheit rund 4,2 Milliarden Franken. 80 % davon (3,4 Milliarden Franken) entsprechen Produktivitätsverlusten in der Wirtschaft; der Rest entfällt in Form von direkten Kosten auf das Gesundheitswesen (15 % bzw. 613 Millionen Franken) und auf die Strafjustiz (6 % bzw. 251 Millionen Franken). Für den Kanton Freiburg werden die Kosten auf 225 Millionen Franken geschätzt.

Es werden drei Arten von problematischem Alkoholkonsum unterschieden: Rauschtrinken (Konsum einer grossen Menge Alkohol in einem sehr kurzen Zeitraum), chronischer Alkoholkonsum und situationsunangepasster Alkoholkonsum (z. B. Alkohol am Steuer oder am Arbeitsplatz). Alkoholabhängigkeit hat gemäss der Definition der WHO verschiedene Ausprägungen wie ein starkes Verlangen nach Alkohol, verminderte Konsumkontrolle, Vernachlässigung anderer Interessen oder anhaltender Konsum trotz starker schädlicher Folgeerscheinungen.

Kantonaler Alkoholaktionsplan

Das Amt für Gesundheit (GesA) und das Kantonsarztamt (KAA) erarbeiten gemeinsam einen kantonalen Alkoholaktionsplan (KAAP) aus, der sowohl die Aspekte der Prävention des problematischen Alkoholkonsums als auch die Aspekte der Betreuung Suchtkranker abgedeckt, und dies für die verschiedenen Altersgruppen. Die Strategie soll Massnahmen auf verschiedenen Ebenen vorsehen (Verhaltens- und Verhältnisprävention), die sich an mehrere Zielgruppen richten. Der KAAP sieht insbesondere vor, die auf kantonaler Ebene bestehenden Projekte und Aktivitäten zu konsolidieren sowie die verhältnispräventiven Aspekte (Massnahmen zur Veränderung der Rahmenbedingungen) und die Koordination der Massnahmen auf kantonaler Ebene zu stärken.

In diesem Rahmen wurde letztes Jahr namentlich ein Indikationssystem eingerichtet: Eine Rufnummer, über die sich Personen in komplexen Situationen an ein interdisziplinäres Team wenden können.


1 La santé des élèves de 11 à 15 ans dans le canton de Fribourg. Analyse des données de l'enquête HBSC 2014 et comparaison au fil du temps. (Archimi A. et Delgrande Jordan M., rapport de recherche no 81, Addiction Suisse, nur auf Französisch)
2 Alkoholbedingte Kosten in der Schweiz (Fischer, B. et al., Polynomics, Schlussbericht im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit, Vertrag Nr. 12.00466, März 2014)

Letzte Aktualisierung am 26.03.2018 um 17:49