Neurologie

Die Neurologie-Forschung am HFR

Die Abteilung Neurologie leitet und beteiligt sich an klinischen Studien. Sie nimmt an therapeutischen Studien in den Bereichen Schlaganfall und Multiple Sklerose teil und hat klinische Studien zu den Hirnfunktionen nach Schlaganfällen oder bei degenerativen Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson angelegt.

Dabei arbeitet die Abteilung eng mit dem Laboratory for Cognitive and Neurological Sciences (LCNS) der Universität Freiburg zusammen. Dort werden die anatomisch-physiologischen Vorgänge im Gehirn klinisch und mittels Neuroimaging untersucht. Einer unserer Schwerpunkte ist das Wiedererlernen der Sprache:

  • Das zweisprachige Gehirn (Prof. Dr. med. Jean-Marie Annoni)
  • Neuroplastizität in Bezug auf exekutive Funktionen und zeitliche Wahrnehmung (Lucas Spierer)

Die verwendeten Geräte und Methoden sind im Detail auf der Non-invasive Brain Stimulation and Imaging Platform (NIBSI) aufgeführt.

Für weitere Fragen stehen wir gerne zu Ihrer Verfügung.

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Prof. Dr. med. Jean-Marie Annoni und PD Dr. med. Lucas Spierer
Neurological Unit, Laboratory for cognitive and Neurological sciences
University and Hospital of Fribourg
wrna-znevr.naabav@havse.puhc.rfinu@inonna.eiram-naej   
yhpnf.fcvrere@havse.puhc.rfinu@rereips.sacul

Universität Freiburg - Departement für Neuro- und Bewegungswissenschaften (NMS)

Sekretariat Neurologie – UNI MED 3
frpergnevng.naabav@u-se.puhc.rf-h@inonna.tairaterces
Di–Do–Fr: 08.00–11.30 / 13.30–16.30 Uhr
Laufende Studien
International GBS Outcome Study (IGOS)

Diese internationale prospektive, multizentrische Beobachtungsstudie hat das Ziel, klinische und biologische Parameter zu identifizieren und Faktoren zu bestimmen, die Aufschluss geben über den klinischen Verlauf und die Prognose von Patienten mit Guillain-Barré-Syndrom (GBS) und einer dessen Varianten (Miller-Fisher-Syndrom MFS, GBS-MFS-Mischsyndrom). Im Verlauf der klinisch, biologisch und neurophysiologisch standardisierten einjährigen Beobachtungsphase werden wichtige Informationen in einer Datenbank gesammelt. Dies soll in der Folge die Entwicklung von Prognosemodellen ermöglichen und im Idealfall eine individuelle Behandlung dieser Autoimmunerkrankung erlauben.

Studienverantwortlicher
PD Dr. med. Andrea Humm
Chefärztin
Naqern.Uhzz@u-se.puhc.rf-h@mmuH.aerdnA
Neurorehabilitation der Sprache

Wir untersuchen, wie das Wiedererlernen der Sprache gefördert werden kann, wenn das Sprachzentrum infolge einer Hirnverletzung oder Krankheiten wie zum Beispiel Alzheimer geschädigt ist. Insbesondere widmen wir uns der Frage, wie die frontalen Hirnregionen, also die Regionen, die unsere kognitiven Funktionen kontrollieren und steuern, zu beeinflussen sind, um zweisprachigen Patienten wieder zu flüssigem Sprechen zu verhelfen. Mehrere Sprachen zu sprechen setzt nämlich eine ausgeprägte Steuerungsfähigkeit voraus, denn nur so kann sich die Person der sprachlichen Umgebung anpassen und vermischt die Sprachen nicht. Zum Einsatz kommen hier Methoden der nicht-invasiven Gehirnstimulation. Diese steigert die Aktivität der an der Sprachsteuerung beteiligten Regionen und wir untersuchen, ob dies das Wiedererlernen der Sprache fördert.

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Studienverantwortlicher

Prof. Dr. med. Jean-Marie Annoni
Chefarzt
Wrna-Znevr.Naabav@u-se.puhc.rf-h@inonnA.eiraM-naeJ
Neurorehabilitation der exekutiven Funktionen

Anhand von Videospielen entwickeln und testen wir neue Programme zur Rehabilitation der exekutiven Funktionen (motorische Steuerung, Aufmerksamkeit, Kurzzeitgedächtnis usw.). Die Computerspiele wurden eigens dazu entwickelt, die kognitiven Funktionen und zerebralen Netzwerke zu aktivieren, die infolge einer Hirnschädigung beeinträchtigt sind. Das Spielen fördert so die Rehabilitation, entweder, indem es die Effizienz der ursprünglich an der Aufgabe beteiligten zerebralen Netzwerke steigert, oder indem der Patient lernt, neue Strategien zur Aufgabenbewältigung zu entwickeln.

Während der Rehabilitationssitzungen messen wir Verhalten und Hirnaktivität. Dies gibt Aufschluss über die neurophysiologischen Rehabilitationsmechanismen, wodurch wir die Behandlung anpassen können.

Gleichzeitig untersuchen wir auch, wann nach einer Schädigung oder bei neurodegenerativen Erkrankungen der beste Zeitpunkt für die Behandlung ist.

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Studienverantwortliche: PD Dr. med. Lucas Spierer, Dr. med. Ettore Accolla (klinischer Teil)

PD Dr Lucas Spierer
Yhpnf.fcvrere@havse.puhc.rfinu@rereips.sacuL
Nicht-invasive diagnostische Probenentnahme (Speichel) zum Screening für die Alzheimer-Krankheit

Für die Früherkennung von Demenz gibt es heute nur wenige Biomarker. Am weitesten verbreitet sind Bestimmungen anhand des Nervenwassers sowie von bildgebenden Untersuchungen des Gehirns. Aufgrund der Komplexität dieser Methoden ist eine Routinemessung jedoch ausgeschlossen und die Diagnostik kommt erst dann zum Zug, wenn die kognitiven Symptome bereits auftreten, also meist in einem späten Stadium der Erkrankung. Ziel der Studie ist es, zu untersuchen, ob ein spezifischer Notch-Signalweg im Nasensekret und im Speichel den einzelnen Stufen des kognitiven Abbaus (leicht, moderat, schwer) zugeordnet werden kann und ob er sich eindeutig von Vergleichsproben gleichaltriger, gesunder Personen unterscheidet. Die Studie analysiert, ob sich die Untersuchung dieser Biomarker im Nasensekret und Speichel eignet, um eine Demenz mit nicht-invasiver Diagnostik vorauszusagen.

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Studienverantwortliche: Dr. med. Lavinia Alberi, Prof. Dr. med. Jean-Marie Annoni

 

Prof. Dr. med. Jean-Marie Annoni
Chefarzt
Wrna-Znevr.Naabav@u-se.puhc.rf-h@inonnA.eiraM-naeJ
Interaktionen zwischen Sprache und Motorik

Diese Studie hat zwei Schwerpunkte:

  1. Stützen sich Verben, die eine Handlung beschreiben (werfen, nehmen, usw.) auf Motorik-Areale des Gehirns? Gibt es dabei einen Unterschied zwischen Mutter- und Zweitsprache?
  2. Verbessert eine Motorik-Therapie bei Personen, die an Aphasie (Sprachstörungen) leiden, die Fähigkeit, Verben zu benennen, die eine Handlung beschreiben?

Zu diesem Zweck lesen die Teilnehmenden Verben, die eine Handlung beschreiben und solche, die einen Zustand beschreiben. Gleichzeitig wird ihre Hirnaktivität mittels EEG oder MRI gemessen. Zudem sollen die Betroffenen mit kurzen Videosequenzen oder Bildern von Handlungen konfrontiert werden. Dieses Projekt soll Aufschlüsse über die Funktionsweise des Gehirns liefern und so auch die Wahl des Therapieansatzes von Aphasie-Patienten erleichtern.

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Studienverantwortlicher: Prof. Dr. med. Jean-Marie Annoni

Prof. Dr. med. Jean-Marie Annoni
Chefarzt
Wrna-Znevr.Naabav@u-se.puhc.rf-h@inonnA.eiraM-naeJ
Prädiktoren für die Rückkehr an den Arbeitsplatz nach einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA, Streifung) oder nach einem leichten Schlaganfall

In der Schweiz erleiden jährlich rund 16'000 Personen einen Schlaganfall; 25 % davon sind unter 65-jährig. Die weitreichenden Schädigungen und gewisse kognitive Störungen (kognitiv = den Verstand betreffend), wie beispielsweise Sprachstörungen, beeinflussen die Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit erwiesenermassen negativ. Eine Studie hat kürzlich gezeigt, dass selbst bei leichten Schlaganfällen (d. h. mit geringen neurologischen Ausfällen) rund 30 % der Personen auch nach drei Monaten noch in ihrem Alltag beeinträchtigt sind.

Um zu untersuchen, woran die Rückkehr an den Arbeitsplatz scheitert, sucht diese Studie nach Faktoren, welche die Arbeitsfähigkeit nach einer ersten transitorischen ischämischen Attacke (= das neurologische Defizit bildet sich spontan zurück) oder nach einem leichten Schlaganfall beeinflussen. Die Studienteilnehmer sind Männer und Frauen zwischen 18 und 65 Jahren mit bezahlter beruflicher Tätigkeit, die auf der Abteilung Neurologie des HFR Freiburg – Kantonsspitals hospitalisiert waren. Die Teilnahme erfolgt auf freiwilliger Basis.

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Studienverantwortliche Dr. Camille Chavan / Dr. med. Friedrich Medlin

Dr. med. Friedrich Medlin
Leitender Arzt
Sevrqevpu.Zrqyva@u-se.puhc.rf-h@nildeM.hcirdeirF
Studie zur Auswirkung der tiefen Hirnstimulation auf das Verhalten (Impulskontrolle, Inhibitionsfähigkeit)

Die tiefe Hirnstimulation behandelt die motorischen Symptome von Parkinson effizient. Gleichzeitig beeinträchtigt sie Kreisläufe im Gehirn, die andere Funktionen steuern (z. B. Planung von Handlungen, Selbstkontrolle, Kontrolle von Emotionen). Unsere Studie soll die Auswirkung der tiefen Hirnstimulation auf das Verhalten untersuchen, insbesondere auf die Inhibitionsfähigkeit (d. h. die Fähigkeit, auch repetitive Aufgaben zu meistern, anstatt unpassend zu reagieren, oder die Fähigkeit, sich nicht ablenken zu lassen). Wir lassen unsere Parkinson-Patienten Computeraufgaben lösen und messen dabei ihre elektrische Hirnaktivität mittels Elektroenzephalogramm (EEG). Wir hoffen, so die subtileren Auswirkungen der tiefen Hirnstimulation besser zu verstehen und die Behandlung unserer Patienten so zu verbessern.

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Studienverantwortlicher: Dr. med. Ettore Accolla

 

Dr. med. Ettore Accolla
Leitender Arzt
Rggber.Nppbyyn@u-se.puhc.rf-h@alloccA.erottE
SYNAPSES: Beobachtungsstudie zur Analyse der Anwendungssicherheit von Safinamid

Safinamid (Xadago®) ist ein Medikament zur Kontrolle der motorischen Symptome der Parkinson-Krankheit, das kürzlich in der Schweiz zugelassen wurde. Um besser zu erforschen, welche Wirkung das Medikament bei den Patienten hat, die in den klinischen Studien untervertreten waren (z. B. Patienten über 75 Jahre), wurde eine Beobachtungsstudie angelegt. Es handelt sich dabei um eine europäische, multizentrische, retrospektiv-prospektive Kohortenstudie. Gesammelt werden die anonymen Daten von Patienten, die mit Safinamid behandelt werden und ihre schriftliche Zustimmung gegeben haben. Sämtliche unerwünschten und unerwarteten Wirkungen werden gemeldet.

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Studienverantwortlicher: Dr. med. Ettore Accolla

Dr. med. Ettore Accolla
Leitender Arzt
Rggber.Nppbyyn@u-se.puhc.rf-h@alloccA.erottE
Studie ELAN: Early versus Late initiation of direct oral Anticoagulants in post-ischemic stroke patients with atrial fibrillation

Ein Schlaganfall kann die Folge eines Vorhofflimmerns (Herzrhythmusstörung) sein. Um einem erneuten Schlaganfall vorzubeugen, müssen die Patienten mit Antikoagulantien (Blutverdünnern, Gerinnungshemmern) behandelt werden. Seit einigen Jahren sind nun neue gerinnungshemmende Medikamente auf dem Markt, die direkten oralen Antikoagulantien. Sie sind äusserst wirksam und bergen gleichzeitig ein geringeres Risiko für Hirnblutungen als die älteren Gerinnungshemmer. Dank dieser Eigenschaft könnten die neuen Antikoagulantien nach einem Schlaganfall möglicherweise früher eingesetzt werden, um einem frühzeitigen Rückfallvorzubeugen, ohne gleichzeitig das Risiko von Hirnblutungen zu erhöhen.

ELAN ist eine grosse, internationale, multizentrische, randomisierte Studie, d. h. die Studie wird an verschiedenen Standorten in der Schweiz und Europa durchgeführt und die Patienten werden nach dem Zufallsprinzip der Gruppe mit dem frühen oder späten Behandlungsbeginn zugeteilt. Ziel der Studie ist es, den therapeutischen Nutzen der frühzeitigen  Gabe der neuen Gerinnungshemmer ohne gleichzeitig erhöhtes Blutungsrisiko zu überprüfen.

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Studienverantwortliche: PD Dr. med. Andrea Humm

PD Dr. med. Andrea Humm
Chefärztin
Naqern.Uhzz@u-se.puhc.rf-h@mmuH.aerdnA
Abgeschlossene Studien
SOCRATES

SOCRATES ist eine internationale, randomisierte, doppelblinde Phase-IIIb-Studie mit Parallelgruppen. Ziel ist es, die Prävention schwerer vaskulärer Ereignisse (Schlaganfall, Myokardinfarkt, Tod) bei Patienten mit akutem Schlaganfall oder TIA, die mit Ticagrelor (90 mg zweimal täglich) behandelt werden, zu bewerten. Die Parallelgruppe besteht aus Patienten, die einmal täglich mit 100 mg Aspirin behandelt werden.

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Dr. med. Friedrich Medlin
Leitender Arzt
Sevrqevpu.Zrqyva@u-se.puhc.rf-h@nildeM.hcirdeirF
NAVIGATE ESUS

NAVIGATE ESUS ist eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte, aktiv vergleichende Phase-III-Studie. Sie ist ereignisgesteuert und untersucht die sekundäre Schlaganfallprävention und die systemische Embolieprävention bei Patienten, die kürzlich einen embolischen Schlaganfall unbekannter Quelle (embolic stroke of undetermined source ‒ ESUS) hatten. Verglichen wird die Wirksamkeit von Rivaroxaban (15 mg Dosis pro Tag) mit jener von Aspirin (100 mg).

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Dr. med. Friedrich Medlin
Leitender Arzt
Sevrqevpu.Zrqyva@u-se.puhc.rf-h@nildeM.hcirdeirF