Hinter den Kulissen des HFR

Die Coronavirus-Epidemie erschüttert die Schweiz auf allen Ebenen. Ausserordentliche Massnahmen verändern unseren Alltag, beschränken unseren Lebensraum und wecken zahlreiche Ängste. Es wird alles daran gesetzt, die Verbreitung dieses neuen Virus einzudämmen. Das Gesundheitswesen kämpft an vorderster Front: In den Spitälern, Kliniken und Permanences geben alle vollen Einsatz, um Kranke zu versorgen und Leben zu retten. Ein bewundernswertes und unentbehrliches Engagement.

In diesem Blog möchten wir Ihnen die Menschen und Berufsgruppen vorstellen, die auf unterschiedlichen Ebenen im Kampf gegen das Virus wirken. Ausserdem zeigen wir Ihnen, welche Vorkehrungen getroffen wurden, und stellen Falschinformationen richtig.
Wir möchten diesen Bereich ausserdem dazu nutzen, Ihnen von Herzen für Ihre Nachrichten und Ihre Unterstützung zu danken. Und vergessen Sie nicht: Sie können uns helfen, indem Sie auf Ihre Gesundheit achten und zu Hause bleiben!

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Symbolbild

Marc Devaud, directeur général

Marc Devaud, Generaldirektor, erklärt, wie sich das HFR auf die kommenden Wochen vorbereitet:

Im Kanton Freiburg gibt es einen ersten Todesfall. War das zu erwarten?

Marc Devaud: Ja, angesichts der Lage und der Zahlen aus anderen Ländern sowie aus dem Tessin, musste man mit Toten rechnen. Man muss aber auch wissen, dass sich gemäss diesen Zahlen die meisten von der Krankheit erholen.

Wie ist das HFR organisiert, um diese Situation zu bewältigen?

Dank den Erfahrungen in anderen Regionen, insbesondere in Italien und im Tessin, wissen wir, dass wir mehr Betten für die Innere Medizin gewinnen müssen – daran arbeiten wir gerade. Ausserdem müssen wir die Anzahl Betten in der Intensivpflege erhöhen; das ist bereits geschehen und wird weitergeführt. Weiter können wir unseren Dienst auf die Kliniken der Stadt ausweiten – das ist Plan B, der nur dann zum Einsatz kommt, wenn wir mehr Patienten bekommen, als erwartet. Unsere Vorbereitung geht also darüber hinaus, was wir uns aktuell vorstellen können. Ausserdem haben wir eine Kommandozentrale eingerichtet. Das klingt etwas militärisch, ist aber sehr effizient, denn so können wir rasch Entscheidungen treffen. In dieser Struktur haben wir für den Fall, dass jemand wegen Krankheit ausfällt, immer einen Ersatz geplant und genau definierte Rollen festgelegt – also auch für den Generaldirektor.

Alles ist darauf ausgerichtet, infizierte Personen zu behandeln. Aber was geschieht mit Patienten mit einer Blinddarmentzündung, die einen Verkehrsunfall hatten oder einen Schlaganfall erleiden? Besteht die Gefahr, nicht behandelt zu werden?

Nein, für alle Notfälle ist die Behandlung gewährleistet. Wir stehen auch in Kontakt mit Privatkliniken der Stadt Freiburg, damit diese wenn nötig leichte Fälle übernehmen können. Bei der Organisation haben wir auch alles ausserhalb des Coronavirus bedacht.

Sie sind oft in den Spitalabteilungen unterwegs. Wie erleben Sie die Teams derzeit?

Das Pflegepersonal fühlt sich bereit! Natürlich haben einige Angst um ihre Familie und diese Sorgen müssen ernst genommen werden. Aber die Leute sind bereit: Sie fragen sich, ob die Welle klein, mittel oder gross ausfallen wird ... Ich bewundere ihren Mut, sie sind fantastisch!

In den Quartieren und in den sozialen Netzwerken zeigen sich die Menschen solidarisch. Spürt das HFR diese Welle der Unterstützung?

Ja, man spürt es sogar intern anhand der starken Unterstützung zwischen den Abteilungen. Pflegende und Ärzte anderer medizinischer Fachbereiche bieten sich an, um den Teams der Inneren Medizin zu helfen, allenfalls auch in einer niedrigeren Funktion. Wir erleben schöne Gesten der Solidarität! Und wir erhalten Botschaften der Unterstützung: Es hat mich sehr berührt, als ich das Transparent beim HFR-Parkplatz in Freiburg gesehen habe! Wir bekommen auch viele Kinderzeichnungen, um die Teams zu motivieren.

Wie empfinden Sie als ehemaliger Pfleger diese Situation?

Ich arbeite seit vielen Jahren im Gesundheitsbereich und war in verschiedenen Funktionen tätig. In dieser Extremsituation merkt man richtig, dass die Gesundheitsfachpersonen wirklich alles dafür geben, anderen Menschen und der Gesellschaft zu helfen. Das ist einer der Gründe, weshalb ich gerne in diesem Bereich arbeite. Wir müssen zuversichtlich bleiben: Wir verfügen über ein solides Gesundheitssystem, und selbst wenn dieses ins Wanken geraten sollte, sind wir gemeinsam stark. Aber noch besser ist es, das System nicht an seine Grenzen kommen zu lassen. Man muss das Coronavirus ernst nehmen, denn es kann jeden von uns betreffen. Wenn Sie uns also wirklich helfen wollen: Halten Sie sich strikte an die Empfehlungen der Behörden und bleiben Sie zu Hause. Zwar müssen wir im Moment Abstand zueinander halten, aber wir können trotzdem alle zusammenhalten!

 

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