Im Dienste der älteren Generation

„Wir können so viel von ihnen lernen!” Viele verschiedene Fachkräfte sind an der Betreuung von betagten Patientinnen und Patienten beteiligt. Ein kleiner Einblick in ihren Berufsalltag.

„Sie haben so viel aus ihrem Leben zu erzählen”, berichtet Jessica Morand, Fachfrau Gesundheit in der Geriatrie am HFR Riaz. Ihr Kollege Romain Krieger, Pflegefachmann in derselben Abteilung, teilt ihre Meinung: „Die älteren Patientinnen und Patienten verbringen oft mehrere Tage oder sogar Wochen im Spital. In dieser Zeit entsteht eine Beziehung, oftmals auch zu ihren Familien.” Die Angehörigen haben nämlich einen wichtigen Platz in der Betreuung: „Alle Entscheidungen werden mit den Patientinnen und Patienten und häufig auch mit den Angehörigen besprochen”, bestätigt Dr. med. Micael Teixeira, stellvertretender Oberarzt der Geriatrie in Riaz.

An diesem Austausch sind alle Teams beteiligt, die sich um das Wohl der Patientinnen und Patienten kümmern. „Wir haben die schönste Aufgabe”, scherzt Bastien Hurni, Physiotherapeut. „Wir arbeiten mit den Patientinnen und Patienten daran, dass sie wieder nach Hause können. Das gibt auch uns ein gutes Gefühl.” Für die Rückkehr nach Hause werden spielerisch Gleichgewicht, Kraft und Ausdauer trainiert. „Wir binden Aktivitäten aus dem Alltag in die Therapie ein, wie Gärtnern, Treppensteigen oder Spaziergänge.” Die Hotellerie steht ebenfalls im direkten Kontakt mit den Seniorinnen und Senioren im Spital. Und auch ihre Arbeit ist wichtig für deren Wohlergehen: „Wir möchten ihnen den Aufenthalt so angenehm und komfortabel wie möglich machen”, erzählt Chantal Kilchör, Hotellerie-Mitarbeiterin seit zwölf Jahren. „Wir nehmen uns Zeit, ihnen das Menü zu erklären, und ermutigen sie, ihr Eiweiss zu sich zu nehmen, wenn sie es vergessen. Wir setzen alles daran, ihnen eine Freude zu machen.”

Reden hilft
Zur Betreuung älterer Patientinnen und Patienten gehört neben der Vorbereitung auf die Rückkehr nach Hause auch die Vorbereitung auf den Eintritt in ein Pflegeheim oder aber die letzte grosse Reise. „Das ist immer speziell, aber manchmal ist es auch eine Erleichterung, sowohl für die Person selbst als auch für ihre Angehörigen”, erklärt Romain Krieger. „Man muss mit dem Thema Tod umgehen können”, betont Jessica Morand. „Wir sind da, um sie am Lebensende zu begleiten. Oftmals sind sie dann auch bereit, zu gehen.” In diesen Momenten ist ein gutes Team besonders wichtig. „Wir sprechen viel mit der Patientin oder dem Patienten und den Angehörigen. Ihre Würde steht dabei im Vordergrund. Anschliessend nehmen wir uns Zeit, um im Team über belastende Situationen zu reden. Wir sind zwar darin geschult, den Angehörigen den Tod eines Patienten mitzuteilen, aber es leicht ist es trotzdem nie... .”

„Im Kontakt mit älteren Patienten lernt man, einiges zu relativieren”, sagt Bastien Hurni. Dem stimmen seine Kolleginnen und Kollegen zu. Ausserdem berichten Romain Krieger, Jessica Morand und Dr. med. Micael Teixeira, dass sie von ihren älteren Patientinnen und Patienten sehr viel Wertschätzung und Wohlwollen erfahren – auch wenn sie regelmässig damit aufgezogen werden, dass sie kein Patois sprechen.

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