Projekt Zenith: 15 Teams starten in den Architekturwettbewerb
Der Architekturwettbewerb für Zenith, das Bauprojekt für das neue Akutspital des HFR, hat einen wichtigen Meilenstein erreicht. Nach der Ausschreibung im Dezember 2025 wurden 15 multidisziplinäre Teams für die erste Stufe des Wettbewerbs ausgewählt. Diese erarbeiten nun je einen ersten architektonischen Entwurf, den sie bis Anfang September 2026 einreichen. Aus diesen Vorschlägen werden vier bis sechs Teams ausgewählt, die ihre Projekte in der zweiten Stufe verfeinern können.
Im Dezember 2025 lancierte das freiburger spital (HFR) eine öffentliche Ausschreibung für das Projekt Zenith, das zu den zentralen Schwerpunkten der Strategie 2030 des HFR zählt. Zur Erinnerung: Dieser Architekturwettbewerb wird gemäss der Ordnung für Wettbewerbe SIA 142 durchgeführt, die den Rahmen für Architektur- und Ingenieurprojekte in der Schweiz festlegt. Das Verfahren umfasst drei Phasen: eine vorgelagerte Auswahlphase sowie einen anschliessenden zweistufigen Wettbewerb. Insgesamt 35 multidisziplinäre Teams bekundeten ihr Interesse und reichten im Rahmen der Ausschreibung ihr Dossier ein.
Die elfköpfige Jury unter dem Vorsitz von Reto Gmür, Dipl. Architekt BSA SIA CSA, hat 15 multidisziplinäre Teams für die Teilnahme am Wettbewerb ausgewählt. Diese vereinen Fachkompetenzen aus Architektur, Bauingenieurwesen, Spitalplanung, Landschaftsarchitektur und Mobilität. Die Auswahl erfolgte auf Grundlage anspruchsvoller Kriterien, insbesondere einer fundierten Erfahrung mit komplexen Bauprojekten im Spitalbereich oder in vergleichbaren Bereichen. Nach Ablauf der gesetzlichen Beschwerdefrist von 20 Tagen gingen keine Einsprachen ein. Der Wettbewerb wird anonym durchgeführt. Vor diesem Hintergrund haben der Bauherr und die Jury entschieden, die Namen der teilnehmenden Teams nicht zu veröffentlichen.
Der weitere Prozess gliedert sich in zwei Stufen. In der ersten Stufe werden die grundlegenden Kriterien des Projekts definiert: Einbettung des Gebäudes, Städtebau, Mobilität. Diese Stufe dauert bis Anfang September 2026. Bis dahin reichen die Teams ein Dossier und ein Modell ein, in denen sie ihre Konzepte in vollständig anonymisierter Form konkretisieren. Ziel ist es, für alle Teilnehmenden gleiche und faire Wettbewerbsbedingungen sicherzustellen. Anschliessend werden vier bis sechs Teams für die zweite Wettbewerbsstufe ausgewählt. In dieser Stufe werden die Teams von zusätzlichen Spezialistinnen und Spezialisten unterstützt, darunter technische Ingenieurinnen und Ingenieure, Sicherheitsfachleute sowie Nachhaltigkeitsexpertinnen und -experten. Der Entscheid über das Siegerprojekt wird nach Abschluss der zweiten Stufe im Juni 2027 gefällt.
Das neue Spitalzentrum ist darauf ausgerichtet, den aktuellen und künftigen Herausforderungen der Gesundheitsversorgung im Kanton Freiburg gerecht zu werden. Dazu zählen insbesondere die alternde Bevölkerung, die Zunahme chronischer Erkrankungen, die Digitalisierung in der Pflege, die medizinische Entwicklung sowie der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen. Daher wurde als Grundlage für den Wettbewerb ein umfassendes, auf verschiedene Referenzstudien gestütztes Pflichtenheft für die Teilnehmenden erarbeitet. Es berücksichtigt sowohl die Bedürfnisse in der Praxis als auch die spezifischen Anforderungen der über 60 betroffenen Abteilungen des HFR. Ein besonderer Fokus liegt auf deren Lage: Ziel ist es, die Patientenpfade zu optimieren und gleichzeitig die Arbeitswege des Personals zu verkürzen.
Die benötigten Flächen und Ausstattungen basieren auf den am HFR im Jahr 2024 erhobenen Behandlungsvolumina und wurden unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren wie dem demografischen Wandel, der alternden Bevölkerung und der Entwicklung hin zu mehr ambulanter Tätigkeit weiterentwickelt. Ambulante Leistungen, die eine massive technische Infrastruktur erfordern (Operationstrakt, Radiologie), werden – ebenso wie die gesamte stationäre chirurgische Tätigkeit – im neuen Spitalzentrum Zenith erbracht werden. Folglich wird die Zahl der Operationssäle von 13 auf 15 erhöht. Zur Erinnerung: Ambulante Konsultationen ohne Bedarf an komplexer technischer Infrastruktur werden ab dem Frühling 2028 primär im ambulanten Zentrum an der Route des Biches in Villars-sur-Glâne durchgeführt.
Die geplante Bettenkapazität entspricht mit etwas über 400 Betten, einschliesslich Intensivpflege und Neonatologie, in etwa der aktuellen Zahl an Akutbetten. Die Organisation in Stationen zu jeweils 24 Betten, aufgeteilt in Einzel- und Doppelzimmer gleicher Grösse, ermöglicht eine hohe Flexibilität. So kann die Bettenzahl im Falle einer Pandemie oder bei erhöhtem Bedarf in den Jahren nach der Inbetriebnahme angepasst werden.
Insgesamt werden rund 120 000 m² für die Gesundheitsversorgung der Freiburgerinnen und Freiburger zur Verfügung stehen. Die gemeinschaftlich genutzten Bereiche wie der Empfangsbereich, die Gänge und die Eingangshallen werden grosszügiger gestaltet. Zudem sind zusätzliche Flächen für die Psychiatrie (FNPG), für Ausbildungszwecke (Unifr) sowie für Nahversorgungsangebote (Apotheke, Lebensmittelgeschäft) vorgesehen.
Die Abteilungen des HFR werden rund um optimierte Patientenpfade konzipiert, die um digitale Lösungen und vernetzte Eingriffsräume ergänzt werden. Die Digitalisierung wird sowohl die Patientenpfade (Telekonsultationen, Telemonitoring, automatisierte klinische Anwendungen) als auch die Berufsbilder (neue digitale Rollen) nachhaltig verändern. Die Herausforderung besteht darin, ein vernetztes Gesundheitsökosystem aufzubauen und sich dabei auf Begleitung, Ausbildung und eine gemeinsam getragene Veränderungskultur zu stützen.