Neuer Therapiehund am HFR Meyriez-Murten
In der Physio- und Ergotherapie bietet das HFR an den Standorten Riaz und Meyriez-Murten hundegestützte Therapiesitzungen an. Ein speziell ausgebildeter Therapiehund unterstützt die Patientinnen und Patienten bei ihren Rehabilitationsübungen. Seine Anwesenheit wirkt motivierend, fördert die Konzentration und trägt zum seelischen Wohlbefinden bei.
Das HFR ist seit vielen Jahren von tiergestützter Therapie im Spitalalltag überzeugt. Im Jahr 2021 nahm es eine Pionierrolle ein, als es am Standort Riaz die hundegestützte Therapie ins Leistungsangebot aufnahm. Seitdem arbeiten Labrador Dubaï und Physiotherapeutin Valérie Currat dort im Tandem.
Kurz darauf folgte am HFR Meyriez-Murten ein weiteres Duo: Indra und Manon Pache, die gemeinsam neue therapeutische Wege gingen. Und seit Kurzem ist Jingle der neue liebenswürdige vierbeinige Partner, der Patientinnen und Patienten in den Ergotherapiesitzungen unterstützt.
Seine Besitzerin Lisa Grütter hat kürzlich die erforderlichen Prüfungen bestanden, die sie dazu berechtigen, mit einem Therapiebegleithund im Spital zu arbeiten. Jingle hat seine Eignung klar unter Beweis gestellt: Er ist ausgeglichen, ruhig, geduldig, gehorsam und natürlich absolut stubenrein. Er berührt keine Türklinken und hat nicht überall Zutritt. Sein Spielzeug und anderes Material werden systematisch desinfiziert.
Lisa Grütter ist überzeugt: Dank Jingle bietet sich den Patientinnen und Patienten eine zusätzliche Therapieform, die nicht nur Spass macht, stimuliert, motiviert und beruhigt, sondern auch sehr wirkungsvoll ist. «Im Beisein von Jingle gelingen Bewegungen viel leichter. Tätigkeiten wie sich zu bücken, die sonst Angst auslösen können, werden plötzlich ganz selbstverständlich. Die Patientinnen und Patienten bringen den Hund dazu, sich zu bewegen – und bewegen sich dabei eigentlich selbst. Sie bringen sich viel stärker in die Therapie ein.»
Nachgewiesene Vorteile der hundegestützten Therapie
Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen die positiven Effekte der hundegestützten Therapie gleich auf mehreren Ebenen. Sie wirkt sich einerseits körperlich und sensorisch aus, etwa durch die Förderung von Beweglichkeit, Gleichgewicht und Kraft oder durch die Senkung des Blutdrucks. Des Weiteren unterstützt sie auf kognitiver Ebene die verbale und nonverbale Kommunikation sowie das Gedächtnis. Psychologisch kann sie Angstzustände reduzieren, das Selbstvertrauen stärken und das allgemeine Wohlbefinden steigern. Ausserdem fördert sie die soziale Interaktion, indem sie die Kontaktaufnahme mit dem Umfeld erleichtert und eine vertrauensvolle therapeutische Beziehung aufbaut.
Aktuell nimmt der dreijährige Golden Retriever an zwei 45-minütigen Therapiesitzungen pro Tag teil. Dass es ihm dabei gutgeht, hat stets oberste Priorität. Der Vierbeiner braucht ausreichend Ruhe und Schlaf. Auch wenn er seinen «Nebenjob» liebt, bleibt er in erster Linie eines: ein Hund.
Mit Jingle an ihrer Seite machen die Patientinnen und Patienten enorme Fortschritte. Für Lisa Grütter bringt sein Einsatz jedoch auch zusätzliche Herausforderungen mit sich, wie die regelmässigen Spaziergänge oder die konstante Aufmerksamkeit, die Jingle einfordert. Ein Mehraufwand, den sie gerne stemmt. Nicht nur die Patientinnen und Patienten profitieren von Jingles frohem Gemüt, sondern auch viele andere, die den beiden auf dem Spitalgelände begegnen. «Schon Jingles blosser Anblick zaubert ein Lächeln auf die Gesichter», sagt die Ergotherapeutin.
Ein Welpe schnuppert Spitalluft
Und auch am HFR Freiburg – Kantonsspital verbreitet ein kleines Fellbündel gute Laune: Labrador Lysko. Die Direktion des HFR unterstützt nämlich nicht nur die tiergestützte Therapie, sondern auf Antrag und unter klar definierten Bedingungen auch die Ausbildung von Assistenzhunden.
So erhielt Dr. med. Céline Ritter Schenk, stellvertretende Chefärztin des Kindernotfalls und aktuelle Bezugsperson von Lysko, die Erlaubnis, ihren Schützling zwecks Sozialisierung mit an ihren Arbeitsplatz zu nehmen. Lysko begleitet sie ein- bis zweimal pro Woche während ihrer Büroarbeitszeit. Die Sozialisierungsphase dauert zwölf bis achtzehn Monate. Dann beginnt er seine eigentliche Ausbildung zum Assistenz- oder Therapiehund bei der Fondation romande pour chiens guides d’aveugles in Brenles (VD).
Ein Maskottchen in der Notaufnahme
Es ist unbestritten: Tiere sind wirkungsvolle Botschafter von Fröhlichkeit und tragen wesentlich zum Stressabbau bei. Aus diesem Grund hat Dr. med. Jessica Schwaller, assoziierte Ärztin der Notaufnahme und des SMUR, ihren Pudel Bono als Maskottchen eingesetzt, «um den Teamgeist und das Wohlbefinden der Fachkräfte am Arbeitsplatz zu stärken. Aber in Wirklichkeit haben alle Menschen, die ihm begegnen, egal ob Patientinnen und Patienten oder Angehörige, ein Lächeln im Gesicht», freut sich seine Besitzerin.
Tiergestützte Therapieverfahren umfassen nämlich sowohl die tiergestützte Therapie als auch die tiergestützte Aktivität. Bei der Therapie arbeiten Patientin oder Patient und Tier gezielt auf ein therapeutisches Ziel hin. Bei der tiergestützten Aktivität hingegen steht die gelegentliche Interaktion im Vordergrund, wie Jessica Schwaller in der Revue Médicale Suisse erläutert. Bono begleitet seine Halterin regelmässig, um ein wenig Fröhlichkeit in die Notaufnahme zu bringen.
Und währenddessen setzt auch Dubaï am HFR Riaz sein Engagement weiterhin mit ebenso viel Herz fort.