Zuverlässigere Diagnostik dank genauerer Bildgebung im MRT

Kategorie : HFR
Authored by Abteilung Kommunikation
Dienstag 18 August 2026
Dr Galley

Anlässlich seiner Ernennung zum Privatdozenten werfen wir einen Blick auf die Forschungsarbeit von PD Dr. med. Julien Galley, Leitender Arzt und Leiter der Abteilung Muskuloskelettale Radiologie am HFR. Mit seiner Forschung will er die Leistungsfähigkeit der Magnetresonanztomografie (MRT) verbessern, insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit Prothesen oder Metallimplantaten. Das Ziel: Bilder von noch besserer Qualität, um Diagnosen zuverlässiger und früher stellen und Behandlungen gezielter planen zu können.

Im Mittelpunkt der Forschung von Julien Galley stehen die Entwicklung und Beurteilung fortschrittlicher MRT-Techniken. Diese bildgebenden Verfahren ermöglichen es, das Körperinnere in feinen «Schichtaufnahmen» darzustellen, und liefern Ärztinnen und Ärzten detaillierte Einblicke in das Gewebe.

Eine der zentralen Herausforderungen seiner Forschung besteht darin, die durch Metallimplantate verursachten Bildstörungen zu reduzieren, welche die Bildqualität erheblich beeinträchtigen können. Eine verbesserte MRT-Bildgebung ermöglicht es, prothesenbedingte Komplikationen präziser zu erkennen und in bestimmten Fällen auf invasivere Untersuchungen wie beispielsweise eine Punktion zu verzichten.

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Forschung ist die quantitative MRT. Dabei werden nicht nur Bilder beurteilt, sondern zusätzlich verschiedene Parameter gemessen, um Anomalien früher und mit höherer Empfindlichkeit zu erkennen. Diese Fortschritte eröffnen neue Möglichkeiten in der Patientenversorgung.

Frühere Diagnosen für eine bessere Versorgung

Für Patientinnen und Patienten bedeutet dies frühere Diagnosen, eine besser angepasste Nachsorge sowie die Möglichkeit, auf bestimmte invasive oder ergänzende Untersuchungen zu verzichten. In der Rheumatologie beispielsweise lassen sich dank den neuen MRT-Techniken Entzündungszeichen bereits lange vor dem Auftreten irreversibler Schäden erkennen.

Zudem können der Krankheitsverlauf und die Wirksamkeit einer Behandlung früher beurteilt werden. So kann etwa das Abklingen eines entzündlichen Ödems beobachtet werden, ohne mehrere Monate bis zur nächsten Kontrolluntersuchung warten zu müssen. Dadurch lässt sich die Therapie schneller anpassen.

Gerade diese Entwicklung der Bildgebung begeistert Julien Galley.

«Heute sind die Bilder so präzise geworden, dass man fast den Eindruck hat, im menschlichen Körper spazieren gehen zu können. Das fasziniert mich immer wieder aufs Neue.»

Nach ersten Erfahrungen in der Allgemeinen Chirurgie und der Orthopädie entschied sich der gebürtige Freiburger für die Radiologie und absolvierte seine Ausbildung am HFR. Anschliessend spezialisierte er sich an der Universitätsklinik Balgrist in Zürich, bevor er 2020 als Leitender Arzt und Leiter der Muskuloskelettalen Radiologie ans HFR zurückkehrte.

Forschung im Dienst der Patientinnen und Patienten

Mit seiner Forschungsarbeit verfolgt Julien Galley ein klares Ziel: bildgebende Verfahren weiterzuentwickeln, um Erkrankungen früher zu erkennen und die Behandlung der Patientinnen und Patienten zu verbessern. Die Projekte entstehen in enger Zusammenarbeit mit Orthopädinnen und Orthopäden sowie weiteren Fachexpertinnen und -experten. Sie sind Teil einer angewandten klinischen Forschung, die Verfahren entwickeln will, welche der Patientenversorgung unmittelbar zugutekommen.

«Ganz besonders schätze ich den interdisziplinären Charakter dieser Projekte. Das ist echte angewandte klinische Forschung mit konkreten Auswirkungen auf unsere tägliche Praxis. Besonders motiviert mich zu sehen, wie die Ergebnisse unserer Arbeit rasch zum Wohl der Patientinnen und Patienten umgesetzt werden», erklärt Julien Galley.

Wie diese Porträtreihe über Ärztinnen und Ärzte zeigt, die kürzlich den Titel einer Privatdozentin oder eines Privatdozenten erworben haben, sind dafür Fachkompetenz, wissenschaftliche Arbeit und persönliches Engagement erforderlich. Für Julien Galley ist die Ernennung vor allem eine Anerkennung seiner wissenschaftlichen Arbeit und der Zeit, die er der Forschung – oft parallel zu seiner klinischen Tätigkeit – gewidmet hat.

Hochfeld-MRT: leistungsstarke Bildgebung für die Forschung

Während einer Testreihe am Handgelenk entwickelte ein Kollege, der sich freiwillig zur Verfügung gestellt hatte, einen Nystagmus, eine unwillkürliche, schnelle Augenbewegung. Dieser Effekt kann bei der Einwirkung sehr starker Magnetfelder auftreten, wie sie in Forschungs-MRT-Geräten mit einer Feldstärke von sieben Tesla eingesetzt werden. Die MRT-Geräte für Patientinnen und Patienten arbeiten in der Regel mit 1,5 oder drei Tesla. Bei diesen Feldstärken wird eine solche Reaktion nicht beobachtet. Die MRT gilt als besonders sicheres bildgebendes Verfahren.

Die in der Forschung eingesetzten sehr starken Magnetfelder können jedoch vorübergehende Effekte wie Übelkeit, eine Reizung der Brustwand-Nerven oder – seltener – einen Nystagmus auslösen. «Es war das erste Mal, dass wir dieses Phänomen live beobachten konnten. Das zeigt eindrücklich, wie leistungsfähig diese Geräte sind», erklärt Julien Galley.