Gemeinsam gegen Gewalt
Gewalt, sei sie physischer, verbaler, psychischer, sexueller oder digitaler Art, ist ein schwerwiegender Verstoss gegen die Würde und Sicherheit der Betroffenen.
Solche Verhaltensweisen sind nicht mit den Werten Respekt und Solidarität des HFR zu vereinbaren und werden in unserem Spital nicht toleriert. Sie müssen erst genommen werden und können disziplinarische oder strafrechtliche Sanktionen nach sich ziehen. Falls Sie selbst betroffen sind oder etwas beobachtet haben, ermutigen wir Sie, den Vorfall zu melden.
Gewalt deckt begrifflich ein breites Spektrum an Verhaltensweisen ab. In konkreten Situationen kann sie sich in unterschiedlichen Formen von Aggression oder unangemessenem Verhalten äussern:
- Physische Gewalt: Schläge (Faustschläge oder Fusstritte), Bisse, Werfen von Gegenständen, Schubsen, Einsatz von Waffen, Sachbeschädigung oder Einschlagen auf Mobiliar
- Psychologische Gewalt: Belästigung, Demütigung, Drohungen («warte nur, du ...»), Rassismus, Aufnahmen, in böswilliger Absicht verwendetes Foto- oder Videomaterial, Ignoranz, Isolierung oder Einschüchterung
- Verbale Gewalt: Beleidigungen, Schreien, Beschimpfungen, herrisches Auftreten, laut oder aggressiv geäusserte Beschwerden
- Sexuelle Gewalt: unangebrachte Äusserungen, ungebührliche Berührungen oder sexuelle Belästigung
- Digitale Gewalt: Drohungen oder Belästigungen per Telefon, E-Mail, Chat oder in den sozialen Medien
- Kollektive oder individuelle Gewalt: direkte (offene) oder indirekte (latente) Gewalt, Gewalt gegen sich selbst und gegen andere
Die folgenden Auszüge schildern Gewaltsituationen, von denen drei Mitarbeitende des HFR aus unterschiedlichen Bereichen der Patientenversorgung im Rahmen ihres Arbeitsalltags berichten. * Die Namen wurden geändert, um die Anonymität der Mitarbeitenden zu gewährleisten.
Die Patientenaufnahme ist die erste Anlaufstelle für die Patientinnen und Patienten und ihre Begleitpersonen. Wir verstehen, dass das Warten, die Sorge oder Schmerzen Stress auslösen können. Doch es kommt immer häufiger vor, dass wir, hauptsächlich in Verbindung mit den Wartezeiten, aggressiven Bemerkungen, Beleidigungen oder respektlosem Verhalten ausgesetzt sind.
Dabei sind die Begleitpersonen manchmal genauso ungeduldig wie die Patientinnen und Patienten selbst, oft sogar noch ungeduldiger. Wir sind regelmässig mit ihrer Unzufriedenheit konfrontiert, obwohl wir unser Bestes geben, um alle auf professionelle und freundliche Weise zu empfangen.
In der Notaufnahme stellen wir fest, dass die Gemüter einiger Patientinnen und Patienten sehr schnell hochkochen können – und das sehr viel öfter als andernorts.
Sobald jemand die Notaufnahme betritt, scheinen gewisse soziale Schranken zu fallen. Gespräche, die eigentlich respektvoll bleiben sollten, kippen extrem schnell ins Aggressive, als ob bereits eine langjährige Beziehung bestehen würde.
In meinem Arbeitsalltag war ich schon mehrfach mit verbaler Gewalt konfrontiert. Meist sind es Personen, die laut werden, das Personal anschreien, respektlose Äusserungen machen oder Drohungen aussprechen. Diese äussern sich beispielsweise in der Ankündigung, Anzeige zu erstatten, oder in Bemerkungen wie «Das wird böse enden». Solche Situationen kommen leider häufig vor und gehören für die Teams zum Alltag.
Selber war ich bisher nie physischer Gewalt ausgesetzt. Es ist jedoch schon vorgekommen, dass ich in gewissen Situationen den Eindruck hatte, eine Tätlichkeit sei nicht weit. Das erfordert vom Personal ständige Wachsamkeit: Es muss sein Verhalten anpassen, seine Worte mit Bedacht wählen, auf seine Haltung achten und stets versuchen, zu deeskalieren.
Falls Sie selbst von einem Gewalt- oder Aggressionsereignis betroffen sind oder etwas beobachtet haben, ermutigen wir Sie, in erster Instanz mit Ihrer oder Ihrem Vorgesetzten darüber zu sprechen.
Ist dies nicht möglich, können die nachfolgend genannten Personen oder Anlaufstellen jederzeit für eine Beratung, eine Meldung (anonym oder nicht anonym) oder eine formelle Beschwerde kontaktiert werden.
- Ihre HR-Ansprechperson
Die Kontaktdaten der für die einzelnen Direktionen zuständigen HR Business Partnerinnen und Partner sind im Intranet verfügbar (Arbeiten am HFR > Prävention Belästigung). - Weitere interne Vertrauenspersonen
Die Kontaktdaten der internen Vertrauenspersonen (Beraterin Gesundheitsmanagement, Personal- und Arbeitsärztin) sind im Intranet verfügbar (Arbeiten am HFR > Prävention Belästigung). - HFR-Plattform zur Meldung psychosozialer Risiken (SARP)
Auf dieser Plattform können Sie, anonym oder nicht anonym, jegliche Form von Belästigung melden, egal, ob sie selbst betroffen sind oder etwas beobachtet haben. Das eingereichte Formular wird von der Psychologin und der Personal- und Arbeitsärztin streng vertraulich behandelt. Die Plattform erreichen Sie über den HFR Apps Launcher > 03 Verwaltung > SARP. - Aggressionsereignis melden (SIGE-Portal im Intranet)
Mit diesem Formular können Sie sämtliche Aggressions- oder Gewaltereignisse melden, in die am HFR arbeitende und externe Personen involviert sind. Das Formular ist persönlich und wird von der Abteilung Sicherheit streng vertraulich behandelt.
Sie möchten als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter Ihre Kompetenzen in den Bereichen Prävention und Bewältigung von Gewaltsituationen ausbauen? Dann bietet Ihnen das HFR die Schulung «Umgang mit Aggressionen» an, die den Teambedürfnissen entsprechend in verschiedenen Varianten verfügbar ist. Weitere Schulungen zu Themen wie gewaltfreie Kommunikation (GFK) oder Deeskalation ergänzen dieses Angebot. Sie geben Ihnen konkrete Werkzeuge an die Hand, mit denen Sie Aggressionen im Alltag begegnen und ein respektvolles Miteinander fördern können.
Nachstehend finden Sie die Links zu den verfügbaren Schulungen sowie die Modalitäten für die Anmeldung.