Jetzt ist sie wieder Herrin ihrer Zeit!
Am 8. Mai wird Nathalie Rime ihren letzten Arbeitstag in der Abteilung Nephrologie des HFR Riaz antreten. Am Ende ihrer Schicht wird sie ihren Kittel ablegen und damit ihre 37-jährige Karriere als Pflegefachfrau im Dienste des HFR-Netzwerkes beschliessen.
Nathalie Rime kannte noch die Notfall-Ambulanzen (wo auch das Pflegepersonal einsprang und Hand anlegte), das Hôpital de la Gruyère, das Hôpital Sud Fribourgeois (HSF) und schlussendlich das freiburger spital (HFR). Sie erlebte die Zeiten, als für einen Abteilungswechsel noch ein einfaches Gespräch mit der Stationsleiterin genügte. «Es scheint mir alles gar nicht lange her», staunt sie beim Blick zurück auf ihre 37-jährige Karriere. Zwei Jahre davon verbrachte sie am «Canto», den Rest in Riaz.
Auch wenn ihr Familienname es vermuten liesse, Nathalie Rime ist keine gebürtige Greyerzerin. Ihre Wurzeln liegen – ihr Akzent verrät sie – im Südwesten Frankreichs. «Aber meine Kolleginnen und Kollegen versichern mir immer wieder, dass ich mittlerweile, auch wenn ich meinen Akzent nicht losgeworden bin, eine waschechte Schweizerin geworden bin!»
Der Mangel an Arbeitsplätzen in ihrer Heimat und die Schönheit der Schweiz, die sie von Besuchen bei ihrer Schwester gut kennt, ziehen sie nach Freiburg. Und schliesslich ist es die Liebe, die sie vom Kantonsspital ins Hôpital de la Gruyère führt, denn ihr späterer Ehemann wohnt in Bulle. «Es war einfach näher und praktischer, nach Riaz zu kommen. Ein kurzer Anruf und ich wurde genommen. So einfach war das!» Sie arbeitet ein paar Jahre in der Orthopädie, wo sie Freundschaften fürs Leben schliesst.
«Dann hatte ich Lust, die Abteilung zu wechseln. Ich ging mit meinem Wunsch zur Stationsleiterin und fragte sie, was sie mir anbieten könne. Ganz einfach, auch hier wieder.» So verschlägt es sie zu den Notfall-Ambulanzen. «Damals waren auch wir mit den Ambulanzen unterwegs. Auch wenn wir alleine waren. Um das Chaos und die Patienten mussten sich dann die Kollegen der Medizin kümmern! Das waren interessante und lehrreiche Zeiten! Man wusste zwar, wann der Dienst anfing, aber nicht unbedingt, wann er zu Ende ging. Als Mutter von drei Kindern wollte ich daher in einer Abteilung arbeiten, die sich besser mit dem Familienleben vereinbaren liess. Als ein Platz in der Dialyse frei wurde, wechselte ich und blieb dort hängen.»
Es liegt ihr, mit den Patientinnen und Patienten, die sie mehrmals pro Woche während mehrerer Stunden bei der Hämodialyse begleitet, in Beziehung zu gehen. Das hat aber auch eine Kehrseite: «Es ist hart, wenn man Abschied nehmen muss ...»
Dass sie ihren Beruf liebt, ist auch der jungen Generation zu verdanken, die sie in ihrer Funktion als Praxisausbildnerin begleiten durfte. Den CAS dazu hatte sie 2011 erfolgreich absolviert. «Meine Schülerinnen und Schüler zu begleiten und ihnen bei der Arbeit über die Schulter zu schauen, hat etwas sehr Befriedigendes.»
Nathalie Rime ist eine treue Seele, pragmatisch veranlagt und praxisorientiert. Sie ist eine Macherin und weniger auf Karriere aus. Sie habe das Glück, zu den Menschen zu gehören, die ihren Beruf lieben. Einen Beruf, «den ich immer versucht habe, nach bestem Wissen und Gewissen auszuüben». Doch jetzt, im Alter von 61 Jahren, freut sie sich darauf, dieses lange Kapitel abzuschliessen.
Der Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen sowie ihren Patientinnen und Patienten wird ihr fehlen. Gar nicht vermissen wird sie hingegen den Wecker frühmorgens, das Warten auf die Dienstpläne und das Abstimmen der Ferienpläne. Jetzt wird sie wieder Herrin ihrer Zeit sein!
Wir danken Nathalie Rime von ganzem Herzen für ihren langjährigen Einsatz für das HFR und wünschen ihr alles Gute für den bevorstehenden Ruhestand.