Revolution in der Gebärmutterhalskrebs-Chirurgie

Kategorie : HFR
Authored by Abteilung Kommunikation
Dienstag 4 August 2026
Dre Guani

 Die Dissertation von PD Dr. med. Benedetta Guani läutet eine neue Ära in der Untersuchung und Entfernung von Lymphknoten ein. Diese spielen eine Schlüsselrolle bei der Festlegung der Behandlungsstrategie und beeinflussen die Überlebenschancen der Patientinnen massgeblich.

Mit der Zusammenführung der Erkenntnisse aus ihren klinischen Studien und der Erforschung innovativer chirurgischer Ansätze trägt die Dissertation von Benedetta Guani, Leitende Ärztin der Abteilung Gynäkologie des HFR, zu einem Paradigmenwechsel hin zur Präzisionsmedizin in der Behandlung von Gebärmutterhalskrebs bei.

Ihre Arbeit treibt den Fortschritt der minimalinvasiven gynäkologischen Onkologie voran und stellt die patientinnenzentrierte Versorgung konsequent in den Mittelpunkt.

Im Fokus ihrer Arbeit steht der sogenannte Sentinel-Lymphknoten (Wächterlymphknoten), jener erste Lymphknoten also, über den Krebszellen sich ausbreiten können. Er wird mithilfe einer Biopsie untersucht. Deren Ergebnisse sollen eine möglichst genaue Einschätzung des Ausmasses der Erkrankung ermöglichen, wodurch in vielen Fällen auf eine vollständige Entfernung der Lymphknoten (Lymphadenektomie) verzichtet werden kann.

Für die Patientinnen bedeutet dieses Verfahren einen weniger invasiven Eingriff, weniger Komplikationen und Nebenwirkungen sowie eine schnellere Genesung.

Gebärmutterhalskrebs stellt weltweit nach wie vor eine grosse Herausforderung für die öffentliche Gesundheit dar. Jährlich werden mehr als 600 000 Frauen neu diagnostiziert und es kommt zu 342 000 Todesfällen. Somit ist Gebärmutterhalskrebs weltweit die vierthäufigste Krebserkrankung bei Frauen.

Die Belastung durch diese Krankheit war für Benedetta Guani Antrieb und Motivation für ihr unglaubliches Engagement.

Ihre umfangreiche Forschung leistet heute einen wichtigen Beitrag zur Standardisierung der minimalinvasiven Technik.

Ausblick: neue Klassifizierung für personalisierte Behandlungsstrategien

Für die frischgebackene Privatdozentin ist die Forschung damit jedoch noch nicht abgeschlossen. Eine ihrer laufenden Studien stellt einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Präzisionsmedizin bei Gebärmutterhalskrebs dar. Mit ihr schliesst sie eine seit Langem bestehende Lücke in der Klassifizierung und Behandlung von Lymphknotenmetastasen.

Die heute verwendeten Definitionen dieser Metastasen stammen nämlich ursprünglich aus Brustkrebsstudien. «Bei Gebärmutterhalskrebs können Lymphknotenmetastasen jedoch ein anderes klinisches Verhalten zeigen», erklärt Benedetta Guani. «Das kann die Behandlungsplanung erschweren.»

Ihr Ziel? Mit ihrer Forschung will sie Lymphknotenmetastasen bei Gebärmutterhalskrebs klassifizieren. Dadurch sollen Prognosen anhand individueller Risiko-Scores präziser werden und personalisierte Behandlungsstrategien gezielter ausgerichtet werden können. 

Wie diese Porträtreihe über Ärztinnen und Ärzte zeigt, die kürzlich den Titel einer Privatdozentin oder eines Privatdozenten erworben haben, sind dafür Fachkompetenz, wissenschaftliche Arbeit und persönliches Engagement erforderlich. Für Benedetta Guani stellt die Ernennung «einen wesentlichen Schritt in einer akademischen Laufbahn und einen entscheidenden Meilenstein für die Fortsetzung einer universitären Karriere» dar. Ihr nächstes Ziel ist der Titel als Professorin.