Besser operieren mit Präzisionstechnik

Kategorie : Forschung
Authored by Monika Joss
Dienstag 31 März 2026
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Die hüfterhaltende Chirurgie greift ein, noch bevor ein Schaden entstanden ist. Der orthopädische Chirurg Darius Marti will einer dieser Eingriffe leichter zugänglich machen und hat eine Operationstechnik weiterentwickelt, die nun getestet und perfektioniert wird.

 

Die Knochen unserer Gelenke sind perfekt aufeinander abgestimmt, sodass wir gehen, springen, tanzen oder Fussball spielen können. Diese Fähigkeit bleibt bis ins Alter erhalten. Doch manchmal stimmt die Passung nicht ganz. Beim Hüftgelenk kann es sein, dass die Hüftpfanne den Oberschenkelkopf nicht optimal überdacht, womit das Gelenk zu stark belastet und abgenutzt wird. Davon spürt man in der Regel in jungen Jahren wenig oder nichts, doch schon im mittleren Alter können sich starke Beschwerden bemerkbar machen, gegen die zuletzt nur noch ein künstliches Hüftgelenk hilft. 

Erfreulicherweise gibt es eine Alternative zum Warten und Hoffen, dass es nicht so schlimm kommt. Die gelenkerhaltende Hüftchirurgie bietet die Möglichkeit, die Fehlstellung zu beheben, noch bevor das Gelenk beschädigt ist. Diese Operation wird am HFR seit rund 25 Jahren durchgeführt, wobei die Operationstechnik der periazetabulären Osteotomie (PAO) angewendet wird. Dabei wird die Gelenkpfanne aus dem Becken gelöst und anschliessend neu ausgerichtet, um Fehlstellungen zu korrigieren. Operateure am HFR sind KD Dr. med. Darius Marti und Dr. med. Jonathan Laurençon, beides Leitende Ärzte der orthopädischen Chirurgie. Die PAO ist sehr anspruchsvoll und wird nur von wenigen Chirurginnen und Chirurgen ausgeführt. 

Darius Marti hat eine Vision: «Ich möchte, dass Patientinnen und Patienten leichter Zugang zu dieser Operation erhalten – das ist möglich, wenn der Eingriff einfacher auszuführen ist», erklärt er. Mit diesem Ziel vor Augen hat er damit begonnen, die Operationstechnik weiterzuentwickeln. Seine Idee: Statt der Freihandtechnik, wie sie heute praktiziert wird, sollen patientenspezifische Schablonen zum Einsatz kommen, welche die Schnittführung vereinfachen und die Operationsrisiken verringern. Gemeinsam mit der Hochschule für Technik und Architektur Freiburg hat er mit seinem Team einen Prototyp entwickelt. 

Erste Versuche am Modell sind vielversprechend. Darius Marti möchte die Technik nun zur Marktreife bringen. Seine Vision führt den Chirurgen aus dem Operationssaal hinaus in die Welt der Industrie, die für ihn Neuland ist. Denn damit die Technik breit angewendet werden kann, braucht es die Zusammenarbeit mit einem Industriepartner. 

Für seine Innovation hat Darius Marti den Georges-Python-Preis gewonnen. Dieser wird seit 2020 jedes Jahr für das beste Forschungsprojekt vergeben. Er ist mit 5000 Franken dotiert und wird vom Ärztekollegium des HFR finanziert. Das Projekt von Darius Marti wurde aus über 30 Bewerbungen ausgewählt.