Gehirnerschütterung - Vorsicht, Kopf!
Manchmal geht es ruckzuck: Du turnst auf dem Bett, springst herum und – aua! – fällst auf den Kopf. Oder du probierst coole Akrobatikübungen und – bam! – dein Kopf knallt auf den Boden. Wenn du dir heftig den Kopf stösst, kannst du eine Gehirnerschütterung bekommen. Aber was ist das eigentlich? Und wie merkst du, ob es schlimm ist? Und wie kannst du trotzdem Spass haben, ohne dass es gefährlich wird? Alexandra Giller, Fachexpertin Pflege im Kindernotfall, erklärt dir alles, was du wissen musst.
Wenn du dir den Kopf stösst, kann es sein, dass dein Gehirn im Inneren des Schädels durchgeschüttelt wird. Der Schädel ist wie eine schützende Hülle für dein Gehirn, aber bei einem Schlag auf den Kopf kann es trotzdem durcheinandergeraten.
Dann ist es wichtig, genau darauf zu achten, wie du dich fühlst. Bei folgenden Anzeichen muss untersucht werden, ob mit deinem Kopf alles in Ordnung ist:
- Du hast starke Kopfschmerzen, die nicht aufhören.
- Dir ist übel oder du musst dich übergeben.
- Dir ist schwindelig oder du hast das Gefühl, dass sich alles dreht.
- Du siehst doppelt oder verschwommen.
- Du verlierst kurz das Bewusstsein.
- Du fühlst dich komisch oder vergisst Dinge, die du sonst weisst.
- Du bist plötzlich ständig müde.
- Du hast Schwierigkeiten, zu laufen oder das Gleichgewicht zu halten.
- Du hast eine grosse Beule auf dem Kopf.
Wenn du eines oder mehrere dieser Anzeichen hast, sag sofort einer erwachsenen Person Bescheid, damit ihr gemeinsam zu einer Ärztin oder einem Arzt gehen könnt.
Was tun nach einer Gehirnerschütterung?
Auch wenn die Ärztin oder der Arzt sagt, dass du nur eine leichte Gehirnerschütterung hast, muss du vorsichtig sein. Die Symptome sind meist während ein bis zwei Wochen am stärksten, können aber vier bis sechs Wochen in leichterer Form anhalten, manchmal auch länger.
Tipps gegen einen Brummschädel
In den ersten zwei Tagen ist es wichtig, dass du dich ausruhst:
- Keine Bildschirme wie Handy, Tablet, Computer, Fernsehen usw.
- Keine Denkaufgaben, bei denen du dich fest konzentrieren musst.
- Kein Sport oder Toben.
- Ausreichend essen, trinken und schlafen (aber nicht den ganzen Tag im Bett bleiben).
Danach kannst du dich langsam wieder bewegen und Sport machen, aber nur, wenn du keine Beschwerden hast. Wenn du dich noch komisch fühlst, geh noch einmal zur Ärztin oder zum Arzt.
Das Gehirn ist ein sehr wichtiges Organ. Schon ein kleiner Schlag auf den Kopf kann zu Problemen führen, wenn du nicht richtig behandelt wirst. Wenn du gut auf deinen Kopf aufpasst, fühlt sich auch dein Körper gesund. Schütze darum deinen Kopf und trage beim Sport (Fahrrad-, Trottinett-, Skifahren usw.) immer einen passenden Helm.
Es ist nicht dein Gehirn, das wehtut, wenn du Kopfschmerzen hast. Seltsam, oder? Selbst wenn du dir das Knie stösst, «merkt» dein Gehirn nur, dass es weh tut. Dein Gehirn empfängt zwar alle Schmerzsignale deines Körpers, fühlt selbst aber keinen Schmerz. Chirurginnen und Chirurgen können es sogar während einer Operation anfassen, und die Person spürt nichts. Dein Gehirn ist wie ein Supercomputer: Es lässt dich denken, träumen, lernen und laufen … und versteht alles, was in deinem Körper passiert. Nur sich selbst spürt es nicht!