In der Schaltzentrale des Gesundheitswesens im Sensebezirk
Die Allgemeine Innere Medizin ist die Allrounderin unter den medizinischen Disziplinen. Die ambulanten und stationären Angebote sichern mit ihrer Nähe zu den Menschen in der Region die medizinische Grundversorgung und tragen ihren Teil bei zur Weiterbildung des medizinischen Nachwuchses. Die Fachrichtung wird mit der Eröffnung des Gesundheitszentrums Tafers auch in der Zukunft eine entscheidende Rolle spielen.
Die Innere Medizin befasst sich mit der Behandlung komplexer medizinischer Situationen und chronischer Erkrankungen wie Herzinsuffizienz, Diabetes oder Infektionen. Sie ist in einen ambulanten und einen stationären Behandlungspfad gegliedert.
Herzstück der ambulanten Inneren Medizin in Tafers ist die Permanence, die im Erdgeschoss mit direkter Anbindung zum Parkplatz gelegen ist. Im Wartezimmer sitzt ein Handwerker, der am Morgen mit starkem Schwindel und Atemnot aufgewacht ist. Nun fühlt er sich schon wieder besser. Er vermutet, dass er ein neues Medikament nicht gut verträgt oder dass er eine Pollenallergie entwickelt hat. An der Permanence schätzt er, dass sie mit dem Auto nur einen Katzensprung von seinem Wohnort entfernt ist und dass er nie lange auf eine Behandlung warten muss. Dr. med. Sven Daniel Steinbronn, Leiter der Permanence im HFR Tafers, sagt dazu: «Die Menschen kommen einfach in die Permanence, ohne Termin und ohne ärztliche Überweisung. Das zeigt, wie gut das Spital in der Region verankert ist.»
Darüber hinaus ist die Permanence auch eine Stütze für die im Sensebezirk und im Umland niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, denn sie verfügt über technische Möglichkeiten wie Ultraschall, die eine Privatpraxis in der Regel nicht bieten kann.
Ein weiterer Pluspunkt: Die medizinische Situation jeder Patientin und jedes Patienten wird in einem multidisziplinären Team besprochen, was sich positiv auf die Behandlungsqualität auswirken kann. So ergänzt die Permanence die Hausarztpraxen und kann diese entlasten. Dasselbe gilt im Übrigen auch für die Tagesklinik – auch sie ist Teil der ambulanten Inneren Medizin –, die die Nachsorge und weitere ambulante Behandlungen übernimmt.
Ein Spitalbett auf dem Maggenberg
Wenn jemand über Nacht bleiben muss, für seine Behandlung aber nicht die technische Infrastruktur des Standorts Freiburg benötigt wird, wird er an die stationäre Innere Medizin im HFR Tafers überwiesen. Diese befindet sich im ersten und dritten Stockwerk des Gebäudes. Die Patientinnen und Patienten dort werden typischerweise wegen Infektionen wie einer Lungenentzündung oder wegen komplexer gesundheitlicher Probleme überwiesen, für die keine Intensivpflege notwendig ist. Sie brauchen zwar eine medizinisch engmaschige Überwachung, aber nicht alle technischen Möglichkeiten der Spitzenmedizin. Wo die medizinischen Apparate nicht im Zentrum stehen, spielt eine zugewandte und professionelle Pflege eine umso wichtigere Rolle. Hier sind engagierte Profis mit unterschiedlichen Funktionen am Werk. Sie alle schätzen am HFR Tafers die familiäre Atmosphäre und die überschaubare Grösse.
Doch die Tatsache, dass das HFR Tafers ein kleines Spital ist, bedeutet keineswegs, dass Abstriche bei der Qualität gemacht werden. Dr. med. Andreas Ebneter, Abteilungschefarzt Allgemeine Innere Medizin am HFR Tafers, betont, dass an den verschiedenen Standorten des HFR überall nach den gleichen Standards gearbeitet wird. Mit einem ganz konkreten Vorteil: «Benötigen die Patientinnen und Patienten eine intensivere medizinische Betreuung, können sie ohne Weiteres nach Freiburg verlegt werden. Da sie im selben Netzwerk bleiben, werden sie nahtlos weiterbetreut.»
Für die Gesundheitsversorgung von morgen
Die Abteilung Innere Medizin ist als Weiterbildungsstätte zertifiziert und leistet ihren Beitrag, damit es auch morgen genügend Ärztinnen und Ärzte gibt – was im Kanton Freiburg dringend nötig ist. Dorianne Roberst absolviert als Assistenzärztin am HFR Tafers einen Teil ihrer Weiterbildung zur Fachärztin. «Mir gefällt die Nähe zum Team und zu den Patientinnen und Patienten», beschreibt sie die Vorteile des Standorts. Das Spital mit seinen unterschiedlichen Patientinnen und Patienten ist der ideale Ort, um eine breite Palette von medizinischen Fällen kennenzulernen und zu behandeln und um sich darüber hinaus Fähigkeiten anzueignen, welche die Medizin von morgen braucht: komplexe Situationen beurteilen, aus den vielen Optionen die richtige heraussuchen und die Behandlung oder Nachsorge in die Wege leiten.
Im Jahr 2025 wurde das Team der Inneren Medizin in Tafers im Zuge einer Reorganisation verstärkt. Diese zukunftsgerichtete Strategie geht 2026 in die zweite Runde. Im November wird nämlich das Gesundheitszentrum Tafers eröffnet, das für die Patientinnen und Patienten im Sensebezirk wohnortnahe Leistungen anbieten wird. Das auf ambulante Konsultationen und Behandlungen zugeschnittene Zentrum wird die Leistungen der spezialisierten Sprechstunden des HFR, der Permanence und der Tagesklinik bündeln. (…)